Der FC Bayern hat in der laufenden Saison vier Niederlagen hinnehmen müssen.

Dreimal ging der deutsche Rekordmeister in der Bundesliga vom Platz, eine ganz bittere Klatsche im DFB-Pokal kommt noch dazu. Trainer Julian Nagelsmann haben die Pleiten alle richtig wehgetan, wie er jetzt erklärte. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Wenn wir ein Spiel verlieren, ist bei mir schämen das richtige Wort“, sagte der Coach bei einem Doppelinterview mit Bayerns Basketball-Trainer Andrea Trinchieri im Vereinsmagazin 51: „Ja, ich schäme mich dann: War die Vorbereitung gut genug, war der Plan gut genug? Es ist ein wirklich unangenehmes Gefühl.“

Trinchieri beschrieb seine Gefühlslage nach Niederlagen so: „Für mich ist es, als würdest du barfuß auf Eis zurück in die Kabine laufen, dein Team ist 25 Kilometer weit weg, alles spielt sich noch einmal in deinem Kopf ab …“

Spiele verfolgen Nagelsmann bis in den Schlaf

Umso wichtiger sei es laut Nagelsmann, dass man sofort wieder die richtigen Schlüsse ziehen könne: „Was werden gleich die ersten Worte an die Mannschaft sein? Es ist wichtig, dass du da die richtigen Worte findest. Nach einem Spiel bist du allein, weil du es möchtest.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Während Siege oft schon in wenigen Stunden emotional verarbeitet seien, würden ihn Niederlagen „zwei oder drei Tage“ belasten. Das Schwierigste an seinem Job sei, „dass du auch nach einer Niederlage immer optimistisch bleiben musst. Du musst dich vor dein Team stellen – weil du der bist, der die Lösungen haben muss. Die Spieler sollten nicht spüren, dass du traurig oder wütend bist oder dass du dich schämst.“

Selbst bis in den Schlaf verfolgen ihn die gerade gespielten Spiele, verriet Nagelsmann. „Und manchmal, wenn ich nach einem Spiel schlafe, rufe ich die Namen meiner Spieler. Das hat mir meine Frau mal erzählt. Manchmal wacht sie davon in der Nacht auf.“

Diese Regeländerung wünscht sich der Bayern-Coach

Auch um Niederlagen als Trainer besser verhindern zu können wünscht der Bayern-Trainer übrigens schon seit Jahren eine einschneidende Regeländerung im Fußball. Wie im Basketball würde Nagelsmann auch in der eigenen Sportart gerne eine Auszeit eingeführt sehen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

„Es wäre super, ich setze mich seit fast zehn Jahren dafür ein“, sagte der 34-Jährige: Es sei aber nicht so leicht im Fußball, Veränderungen herbeizuführen: „Ich bin sicher, dass sich die Qualität der Spiele noch einmal steigern würde, weil die Trainer durch den größeren Einfluss in solchen Time-outs mehr bewirken könnten.“

Vorerst wird er ohne diese Möglichkeit auskommen müssen. Doch auch so wird Nagelsmann alles dafür geben, damit zu den vier bisherigen Saisonniederlagen keine weitere dazukommt.

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