Brock Lesnar ist neuer WWE-Champion, sein WrestleMania-Match mit Roman Reigns ist nun ein doppelter Titelkampf, ein Sensations-Comeback von Ikone Stone Cold Steve Austin soll nahen – und noch ein weiteres folgenschweres Beben ist in Bewegung.

Cody Rhodes, vor sechs Jahren bei WWE im Frust geschieden und Mitgründer des Konkurrenten All Elite Wrestling, steht nach seinem spektakulären Abgang bei AEW vor seinem Comeback – klare Andeutungen wurden in der Nacht bei der TV-Show Monday Night RAW gestreut.

Die Auswirkungen des ersten großen Wechsels eines großen AEW-Stars zu WWE werden mit Spannung erwartet: Wie groß ist der Verlust für AEW, wie groß der Gewinn für WWE? Kann der 36-Jährige bei der Rückkehr an alte Wirkungsstätte glücklich werden? Passt er wirklich ins Konzept seines neuen, alten Bosses Vince McMahon? Oder ist abzusehen, dass auch Codys zweiter Anlauf beim Marktführer ein unglückliches Ende nehmen wird?

In der neuen Episode von Heelturn – der SPORT1 Wrestling Podcast beleuchten Martin Hoffmann und Marcus Hinselmann Rhodes Hammer-Wechsel und die anderen heißen Themen im Vorfeld der kommenden Supershows von WWE und AEW. Die neue Folge gibt es wie immer auf SPORT1, Spotify, Apple Podcasts, Deezer und überall wo es Podcasts gibt!

Cody Rhodes: Wie groß ist der Verlust für AEW?

Martin Hoffmann: „Es ist schon eine Ironie der Geschichte, dass derjenige, der anfangs am heißesten darauf wirkte, mit AEW in den Konkurrenzkampf zu WWE zu ziehen, nun der erste große Star ist, der von AEW zu WWE wechselt. Da ist was zerbrochen und neben dem Geld wird eine Rolle gespielt haben, dass Cody bei AEW am Ende von Tony Khan nicht die kreative Macht bekommen hat, die er sich ursprünglich vorgestellt hatte – und mit der er an das Vermächtnis seines verstorbenen Vaters Dusty Rhodes hatte anknüpfen wollen. Durch Codys Abgang fehlt AEW jetzt schon etwas, das was Cody verkörpert, passte eigentlich gut in die Vision von Tony Khan, der ja auch vom Oldschool-Wrestling geprägt ist. Andererseits muss man auch sehen, dass sich bei AEW die Dinge zu Ungunsten von Cody verschoben haben. Das Gesicht und emotionale Zentrum der Promotion, das er zu Beginn war, war er zuletzt nicht mehr. Im Grunde hat CM Punk diese Rolle übernommen – und business-technisch in eine neue Dimenson geführt.“

Marcus Hinselmann: „Es ist das erste Mal, dass AEW eine Person verliert, die Gewicht hatte. Aber das Roster ist dort mittlerweile ja so breit und gut besetzt, dass Codys Wegfall der Qualität des Produkts nicht mehr groß schadet. Man sieht es ja auch zum Beispiel an der Verletzung von Kenny Omega, der die Liga vorher lang getragen hat, dass AEW auch óhne ihn funktioniert. Die Liga ist nicht mehr abhängig von einzelnen Stars.“

Martin Hoffmann: „Aus reiner Business-Sicht hat Codys Wechsel für ihn eine klare Logik: So wie die Dinge sich entwickelt haben, wird es WWE aktuell mehr wert sein, ihn zu holen als es für AEW wert gewesen wäre, ihn zu behalten. Für WWE ist es jetzt eine Prestige-Sache, ihn sich zu schnappen – und mit den noch immer größeren Möglichkeiten, die WWE hat, wird sich das für ihn ausgezahlt haben.“

Wissenswertes zum Thema Wrestling:

So funktioniert das Wrestling-Imperium WWE

So läuft WWE im deutschen TV und auf dem WWE Network

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Finisher, Face und Heel, Work und Shoot: Das ABC des Wrestling

Wird Cody bei WWE wirklich glücklich?

Marcus Hinselmann: „Trotz allem, was bei AEW war, war Cody dort in der Position, sich mit kreativer Freiheit verwirklichen zu können. Diese Freiheit wird er bei WWE so wohl nicht mehr haben. Es stellt sich schon die Frage, wie das für ihn funktonieren wird – und das ist ja auch eine spannende Frage über die Person Cody Rhodes hinaus. Die Signalwirkung, wie WWE Cody Rhodes jetzt behandelt, wird extrem sein, mit Blick auf kommende Free Agents, die auf den Markt kommenden werden. Wenn zum Beispiel ein MJF jetzt sehen würde, dass Cody Rhodes von WWE zwei Monate gepusht wird und dann wieder auf Stardust-Niveau ankommt, dann sind da doch die Würfel gefallen und MJF wird auch in zehn Jahren gewiss noch bei AEW sein.“

Martin Hoffmann: „Das Problem bei der Sache ist: Wenn man sich anschaut, welche Vision Vince McMahon mit WWE verfolgt, zuletzt noch mehr denn je mit dem totalen Fokus auf Schwergewichte – da passt Cody Rhodes eigentlich gar nicht rein. Das, womit Cody bei AEW Erfolg hatte, sind Dinge, die bei WWE weniger gefragt sind. Die Konstellation erinnert mich an den Wechsel von Bret „The Hitman“ Hart zu WCW 1997: WCW hat das, was Bret Hart ausgemacht hat, letztlich nie verstanden und es ist deswegen auch in einem Fiasko geendet. Und wenn Vince McMahon jenseits aller strategischen Gedanken nicht auch mit dem Herzen überzeugt ist, dass Cody ein Topstar ist, kann auch das ein Fiasko werden.“

Außerdem Thema in der neuen Ausgabe von Heelturn – Der SPORT1 Wrestling Podcast:

– Geht die totale Dominanz von Brock Lesnar und Roman Reigns bei WWE zu weit?

– Stone Cold Steve Austin vor Sensations-Comeback – Coup oder falsches Signal?

– Bianca Belair vs. Becky Lynch – wer soll den Sieg kriegen?

– Sorgen um die Fitness: Wird Keith Lee bei AEW wieder der Alte?

– Punk vs. MJF, Cole vs. Page – wie enden die Topmatches bei AEW Revolution?

– Quo vadis, „Switchblade“ Jay White?

– Das AEW-Problem mit den weiblichen Stars

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