Der Plan für eine neue „Giganten“-Schanze in Ljubno gewinnt spürbar an Tempo. Sandro Pertile, Direktor des Skisprung-Weltcups, hat sich bei einem Besuch in Slowenien persönlich nach dem Stand der Dinge erkundigt.

Dabei traf der Italiener die lokalen Organisatoren und Vertreter der Gemeinde. Laut OK-Chef Rajko Pintar zeigte sich Pertile sowohl mit den Vorbereitungen für die nächste Ausgabe des Weltcups der Frauen als auch mit dem Fortschritt der Investition zufrieden.

In Ljubno soll eine neue Schanze entstehen
In Ljubno soll eine neue Schanze entstehenIn Ljubno soll eine neue Schanze entstehen© IMAGO/Sports Press Photo

Bürgermeister Franjo Naraločnik informierte Pertile darüber, dass der Bau der Anlage bereits im in Arbeit befindlichen kommunalen Raumordnungsplan berücksichtigt ist. Während seines zweitägigen Aufenthalts sprach Pertile zudem mit dem Slowenischen Skiverband (SZS) und dem Hauptsponsor der Veranstaltung.

Die Organisatoren betonen, dass alle Beteiligten die strategische Bedeutung des Projekts für die Zukunft des slowenischen Skispringens teilen.

Neue Ljubno-Schanze soll 2030 Teil des Weltcups werden

Zusätzlichen Rückenwind bekam das Vorhaben bereits im vergangenen Jahr, als die FIS dem Projekt offiziell Unterstützung zusicherte. In einem Schreiben hob Pertile den überregionalen Stellenwert der geplanten Anlage hervor und verband das Signal klar mit der Perspektive, Ljubno dauerhaft im Weltcup-Kalender zu halten.

Pintar formulierte das Ziel rund um die Weltcup-Station im Februar unmissverständlich: „Wir rechnen damit, dass 2030 die Springer bereits auf der neuen Schanze konkurrieren.“

Geplant ist eine Großschanze mit der Größe HS160 im Rahmen des Nordischen Zentrums Savina. Das neue Profil soll vor allem die Zukunft der Frauen-Weltcup-Wettbewerbe in Ljubno absichern, gleichzeitig aber auch die Option eröffnen, künftig Männer-Konkurrenzen auszurichten.

Genau dieser Punkt gewinnt an Gewicht, weil die FIS in den vergangenen Jahren verstärkt darauf drängt, die Kalender beider Serien enger zu verzahnen. Mit einer HS160 würde Ljubno ein Alleinstellungsmerkmal haben. Die Anlage wäre zwar deutlich kleiner als die Flugschanzen, jedoch ein gutes Stück größer als die derzeit größte Sprungschanze. Diese steht in Willingen und hat eine Hillsize von 147 Metern.

Skispringen: Ljubno für großes Zuschaueraufkommen bekannt

Bislang wird in Ljubno auf einer HS94-Anlage gesprungen, die zu den kleinsten des Weltcups gehört. Trotzdem gehören die Wettbewerbe seit Jahren zu den am besten besuchten Damen-Springen. Daher ist es auch das Ziel aller Beteiligten, Ljubno im Kalender zu behalten.

Normalschanzen sind im Skisprung-Weltcup schon etwas länger aus der Mode und die Anlage in Ljubno ohnehin in die Jahre gekommen. Eine moderne und deutlich größere Anlage soll nun dafür sorgen, dass Slowenien neben Planica ein zweites festes Standbein im Damen- und Herren-Kalender erhält.