Die Nordische Kombination hat nach dem Olympia-Aus ihren ersten namhaften Sportler verloren. Der Japaner Ryota Yamamoto kündigte an, dass er fortan nicht mehr als Kombinierer, sondern als Spezialspringer antreten wolle. Leicht fiel dem 29-Jährigen der Schritt allerdings nicht.
„Ich habe mich dazu entschieden, zum Skispringen zu wechseln. Die Nordische Kombination ist eine Disziplin, die mich als Person enorm hat wachsen lassen. Einen Sport zu verlassen, in dem ich dank der Unterstützung zahlreicher Menschen unzählige Erfahrungen sammeln konnte, war extrem traurig und keine leichte Entscheidung für mich“, ließ Yamamoto in einer offiziellen Erklärung verlauten.
Yamamoto nimmt Olympia 2030 ins Auge
Das IOC gab zuletzt bekannt, dass die Nordische Kombination aus dem Olympia-Programm genommen wird. Eine Entscheidung, die auch Yamamoto in seinen Zukunftsplänen beeinflusst hat.
„Die Olympischen Spiele bleiben mein größtes Ziel. Die Leidenschaft, diesen Traum erneut zu verfolgen und die Grenzen meiner Fähigkeiten zu testen, hat meine Entscheidung weiter bestärkt“, machte er klar. Gerade in Japan haben Olympische Spiele einen noch höheren Stellenwert als in Europa.
Mit Matteo Baud (Frankreich) hat bereits ein Kombinierer nach der IOC-Entscheidung angekündigt, seine Karriere zu beenden, andere wie Aaron Kostner (Italien) und Pascal Müller (Schweiz) liebäugelten öffentlich mit einem Rücktritt.
Ein Karriereende stand für Yamamoto offenbar zu keiner Zeit zur Debatte. So führte er aus, auf das „Gefühl, durch die Luft zu fliegen“, nicht verzichten zu wollen. „Ich habe mich entschieden, auf diese Gefühl zu hören und eine neue Herausforderung anzunehmen“, verdeutlichte er.
Yamamoto begibt sich auf die Spuren von Koivuranta und Co.
Yamamoto ist nicht der erste Kombinierer, der im Verlauf seiner Karriere die Disziplin gewechselt hat. Das prominenteste Beispiel ist wohl der Finne Anssi Koivuranta, der 2008/09 den Gesamtweltcup in der Kombination gewinnen konnte und im Dezember 2010 sein Debüt als Spezialspringer gab.
Sein Sieg am Bergisel 2014 war der bis heute letzte Erfolg eines finnischen Skispringers auf Weltcup-Ebene. Der Österreicher David Zauner und der Russe Evgeniy Klimov konnten ebenfalls als Quereinsteiger auf das Weltcup-Podium springen.
Ob Yamamoto jedoch in die Fußstapfen seiner Vorreiter treten kann, ist ungewiss. Der Japaner belegte in der abgelaufenen Saison in der „Best Jumpers Trophy“ einen nicht ganz zufriedenstellenden zehnten Platz. 2022/23 hatte er die Sonderauszeichnung für den besten Springer noch für sich entschieden.
Yamamoto gewann 2022 in Peking Olympia-Bronze mit dem Team und sammelte im Weltcup zwei Einzel-Podien. Dreimal konnte er sich unter den Top-15 des Gesamt-Weltcups platzieren, in der Vorsaison reichte es für Platz 20.