Freude bei Karl Geiger, großer Frust bei Markus Eisenbichler – die deutschen Skispringer haben den letzten Wettkampf vor den Olympischen Spielen in Willingen mit unterschiedlichen Emotionen abgeschlossen.
Geiger hat sich mit einer Podestplatzierung zu den Spielen in Peking verabschiedet und bei der Generalprobe noch einmal Selbstvertrauen getankt. „Das war ein cooler Wettkampf, nachdem mich das gestern echt geärgert hat. Mit Platz zwei bin ich sehr zufrieden“, sagte Geiger.
Der Skiflug-Weltmeister aus Oberstdorf musste sich fünf Tage vor der Eröffnungsfeier in Peking nur dem Norweger Marius Lindvik geschlagen geben. Damit holte sich Geiger nach 24 Stunden die Führung im Gesamtweltcup zurück. (DATEN: Stand im Skisprung-Gesamtweltcup)
Geiger fängt Kobayashi wieder ab
Nach Sprüngen auf 139,5 und 140,0 m (238,7) fehlten Geiger, nach dem ersten Durchgang noch Fünfter, umgerechnet knapp drei Meter auf Lindvik (243,8). Dritter wurde der Slowene Cene Prevc (235,6). Vortagessieger Ryoyu Kobayashi verlor als Vierter das Gelbe Trikot wieder.
Markus Eisenbichler (Siegsdorf), Dritter nach dem ersten Durchgang, stürzte mit einem schwachen zweiten Sprung noch auf Platz elf ab. Am Samstag hatten Geiger (20.) und Eisenbichler (30.) im wegen starker Winde nach dem ersten Durchgang abgebrochenen Wettkampf Rückschläge hinnehmen müssen. (Skisprung-Weltcup: Alle Wettbewerbe im LIVETICKER)
Am 4. Februar 2022 wird der olympische Kessel entzündet und damit der Startschuss für die Olympischen Winterspiele in Peking gegeben werden. Das sind die Austragungsorte.
Eisenbichler war nach der Enttäuschung auf hundertachzig. Auf die Frage von ZDF-Reporter Martin Schneider („Was war los beim zweiten Sprung?“) setzte der 30-Jährige zu einer vor allem an die Jury gerichtete Schimpftirade an.
Eisenbichler sauer auf Jury
„Ja was war los?! Schaut es euch halt einfach mal an. Es kotzt mich an sowas. In Neustadt war es auch schon wieder so. Gestern war ich selber schuld, aber heute bin ich echt mal wieder gut gehüpft. Dann pisst es mich einfach an sowas. Das kotzt mich an, dass man einfach nicht warten kann! Ich verstehe es einfach nicht, weil es ist straffer Aufwind da. Aber nein, dann schickt man die Leute runter. Speziell bei Ito (Daiki Ito aus Japan, Anm. d. Red.) und mir war es so, da hat man einfach keine Chance bei -10 (Punktabzug für Aufwind, Anm. d. Red.). Die anderen bekommen -25, -20. Na gratuliere! Ein Sch***dreck da, das muss ich erstmal verkraften.“
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Der Willinger Lokalmatador Stephan Leyhe deutete am Samstag mit Platz sechs und damit seinem besten Ergebnis nach seinem Kreuzbandriss sein Potenzial an, konnte als 17. am Sonntag nicht ganz daran anknüpfen. (DATEN: Weltcup-Kalender im Skispringen)
Der nicht für Olympia nominierte Teamweltmeister Severin Freund (Rastbüchl) konnte nicht an seinen starken vierten Platz vom Samstag anknüpfen und kam auf Rang 25. Den Sprung in den zweiten Durchgang verpassten die Peking-Fahrer Pius Paschke (Kiefersfelden/33.) und Constantin Schmidt (Oberaudorf/46.).
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)