Emma Aicher hat die Entscheidung im Gesamtweltcup noch einmal vertagt – die Chancen auf den Sieg sind aber nur noch gering. Beim überlegenen Sieg von Mikaela Shiffrin (USA) im letzten Slalom der Saison fuhr die zweifache Olympia-Zweite als Dritte erneut auf das Siegerpodest.

Die 22-Jährige geht damit mit einem Rückstand von 85 Punkten auf die Amerikanerin in den Riesenslalom am Mittwoch.

„Es ist ein aufregender Kampf“, bekannte Shiffrin, nachdem sie und Aicher sich nach dem Rennen im Ziel der „Olympia-loype“ in Hafjell unweit von Lillehammer lange und innig umarmt hatten. Da breche gerade eine „neue Ära der größten Allrounderin“ an, betonte die beste Skirennläuferin der Gegenwart, sie sei „schon sehr gespannt“, was Aicher „in Zukunft“ leisten werde. „Aber erst mal fahren wir morgen noch ein Rennen“, sagte sie lachend.

Shiffrin in ihrer eigenen Liga

Um die große Kristallkugel noch zu gewinnen, müsste Aicher im letzten Rennen der Saison ihren ersten Sieg in einem Riesenslalom feiern und darauf hoffen, dass Shiffrin keine Punkte holt.

Eine bessere Ausgangsposition vereitelte Wendy Holdener aus der Schweiz, die als Zweite (+1,32 Sekunden) hinter Shiffrin 0,04 Sekunden vor der Deutschen lag. Es ist nicht das erste Mal in den vergangenen Wochen, dass Aicher um einen Wimpernschlag verlor.

Shiffrin gewann in diesem Winter neben dem olympischen Slalom neun der zehn Rennen im Weltcup.

Die kleine Kristallkugel in ihrer Spezialdisziplin hatte sie sich bereits vorzeitig zum siebten Mal gesichert. Mit ihrem sechsten Sieg im Gesamtweltcup stünde sie auf einer Stufe mit Rekordhalterin Annemarie Moser-Pröll (Österreich).