Der ehemalige Bundestrainer Hermann Weinbuch blickt der Entscheidung über die olympische Zukunft der Nordischen Kombination vorsichtig optimistisch entgegen. „Glaubt man den Buschtrommeln, gibt es eine kleine Mehrheit, die dafür ist, dass die Kombination olympisch bleibt. Aber ob das auch der Wahrheit entspricht, weiß ich nicht“, sagte der 66-Jährige den Badischen Neuesten Nachrichten.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat für Dienstag eine Entscheidung über das Olympia-Programm 2030 angekündigt. Dabei geht es auch um einen möglichen Ausschluss der Kombination – für Weinbuch ist schon der Gedanke ein Unding. „Ich glaube, dass das IOC doch einige Entscheidungen nicht nur aus sportlichen Überlegungen heraus trifft. Das muss ich leider so sagen. Letztendlich sieht es so aus, als würden kommerzielle Interessen überwiegen“, sagte er.
Für den IOC-Beschluss gibt es wohl nur zwei Möglichkeiten: Entweder werden auch die Frauen erstmals aufgenommen, oder die seit der Premiere 1924 immer vertretene Sportart wird komplett gestrichen. Nach Ansicht des IOC feierten zuletzt zu wenige Nationen Erfolge, zudem sei das weltweite Interesse vergleichsweise gering.
Weinbuch, von 1996 bis 2023 Bundestrainer, hält dagegen. „Es gibt da schon durchaus einige Nationen, die vorne mitmischen. Bei den letzten Junioren-Weltmeisterschaften 2025 in Lake Placid und 2026 in Lillehammer haben sechs beziehungsweise acht Nationen Medaillen gewonnen. Das sind sehr positive Entwicklungen, die das IOC hoffentlich angemessen würdigt. Es kommt mir aber so vor, als wäre unsere Vielseitigkeit nicht mehr gefragt“, sagte er.