Die Nordische Kombination kämpft entschlossen für ihre Zukunft. Während das IOC noch immer nicht entschieden hat, ob die Sportart auch 2030 olympisch sein wird, sorgt eine neue Wettkampf-Serie für Aufsehen.
Die neu gegründete Velocity Ski League soll ab dem Jahr 2027 die Sichtbarkeit der Nordischen Kombination erhöhen, Tradition und Moderne verknüpfen, neue Vermarktungsmöglichkeiten schaffen und zusätzliche Einnahmen generieren.
Laut Informationen der FIS sind Wettkampf-Wochenenden geplant, die stets aus einem Einzel- und einem Mixed-Team-Wettkampf bestehen. Ein besonderes Novum: Bei den Mixed-Wettbewerben wird nicht wie gewohnt nach Staatsangehörigkeit aufgeteilt. Stattdessen werden nationenübergreifend sechs Teams aus Athletinnen und Athleten gebildet.
Olympiasieger steckt hinter neuer Wettkampfserie
Treibende Kraft hinter der internationalen Wettkampfserie ist Olympiasieger Bill Demong, der als Mitgründer fungierte und die Liga „als echten Durchbruch“ ansieht.
„Die Liga übernimmt die finanzielle Verantwortung für Veranstaltungsorte und den Betrieb, was uns die Freiheit gibt, zu experimentieren und neue Erfahrungen zu bieten, ohne die Last auf Athleten oder freiwillige Strukturen zu legen. Diese Unabhängigkeit erlaubt es unserem Sport, auf seine eigene Art zu wachsen“, erläuterte der US-Amerikaner laut FIS-Meldung.
Neben Demong spielt VSL-Mitgründer Jon Voigtman eine tragende Rolle. Ihm liegt insbesondere die Beziehung zwischen Fans und Sportlern am Herzen.
„Fans verfolgen Sport, weil sie eine Verbindung zu den Athleten und ihren Geschichten spüren. Die Nordische Kombination hat bereits eine sehr leidenschaftliche Fangemeinde. Die Weltmeisterschaften haben bestätigt, dass die Nachfrage echt und erheblich ist. Unsere Arbeit besteht darin, das Geschäftsmodell aufzubauen, das diese Community trägt und wachsen lässt“, wird der US-amerikanische Finanzmanager und Investor zitiert.
FIS-Renndirektor von neuer Wettkampf-Liga angetan
Die Velocity Ski League soll keine Konkurrenzveranstaltung zum Weltcup sein, sondern diesen ergänzen. Die FIS und die VSL haben diesbezüglich bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet. FIS-Renndirektor Lasse Ottesen steht voll und ganz hinter der Idee.
„Die Nordische Kombination entwickelt sich nicht nur in die traditionelle Richtung, sondern unternimmt auch Schritte, um unsere Athleten der Welt auf modernere Weise zu präsentieren. Die FIS unterstützt diese Initiative zu 100 Prozent, weil sie der Nordischen Kombination als Disziplin einen bedeutenden Mehrwert bietet“, so sein eindeutiges Statement.
Terminliche Probleme sind nicht zu erwarten, weil die FIS schon seit Jahren damit zu kämpfen hat, genügend Ausrichter für den Weltcup zu finden. Wie viele Wettbewerbe die VSL umfassen soll, ist noch unklar.
Trotz des neuen Ansatzes bleibt es für die Nordische Kombination enorm relevant, im olympischen Programm zu bleiben. Eine Entscheidung sollte bereits im Zuge der IOC Session am 24. und 25. Juni fallen, wurde jedoch verschoben. Klarheit soll es erst „innerhalb von einigen Wochen danach“ geben.