Jenny Nowak und Nathalie Armbruster haben mit einer ungewöhnlichen Aktion gegen den Ausschluss der Nordischen Kombination der Frauen von den Olympischen Spielen 2026 protestiert.
Beim Weltcup-Finale in Oslo traten die beiden deutschen Athletinnen mit aufgemalten Bärten vor die TV-Kameras des ZDF: „Auf jeden Fall wollen wir damit Kritik ausüben und ein Zeichen setzen. Die Entscheidung gegen die Frauen 2026 ist einfach sportlich gesehen nicht nachvollziehbar“, erklärte die erst 17 Jahre alte Armbruster.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte im vergangenen Sommer entschieden, die Frauen in der Nordischen Kombination nicht bei den nächsten Spielen starten zu lassen. Die Männer sind dafür weiter Teil des olympischen Programms.
Armbruster: Unverständlich, dass uns die Chance genommen wurde
Begründet wurde der Schritt mit der geringen Leistungsdichte bei den Frauen, aber auch dem mangelnden Zuschauerinteresse. Was aber auch auf die Männer zutrifft, weshalb deren Teilnahme an den Wettbewerben 2030 ebenfalls als gefährdet gilt.
Dass die Nordische Kombination damit die einzige Sportart ist, die mit nur einem Geschlecht vertreten ist, liegt vor allem daran, dass sich die männlichen Athleten zum Zeitpunkt der Entscheidung schon in der Trainingsplanung für die Olympischen Spiele befanden. In Deutschland hatte bisher vor allem der dreimalige Olympiasieger Eric Frenzel für Furore gesorgt – dieser beendete seine Karriere aber jüngst.
Mit Armbruster hat das deutsche Team ein vielversprechendes Toptalent in den eigenen Reihen, das aber womöglich nie auf vergleichbare Weise glänzen kann.
„Wir haben diese Saison einen unglaublichen Fortschritt gemacht, alle Damen“, erklärte Armbruster: „Wenn man sich das anschaut, ist es einfach unverständlich, dass wir 2026 nicht dabei sein dürfen und uns jetzt schon die Chance genommen wurde, uns bis 2026 noch weiter zu entwickeln.“
Armbruster verteidigt ihre Top-Platzierung
Armbruster hat in Oslo ihren zweiten Platz im Gesamtweltcup verteidigt. Der 17-Jährigen reichte zwei Wochen nach dem Gewinn der WM-Silbermedaille ein neunter Platz, um die Verfolgerinnen in Schach zu halten. Den zehnten Sieg im zehnten Wettkampf der Saison holte Weltmeisterin Gyda Westvold Hansen (Norwegen), beste Deutsche war Nowak als Achte.
Armbruster beendete die Saison zwar mit ihrem schwächsten Ergebnis des Winters, lag in der Gesamtwertung aber mit 589 Punkten knapp vor Ida Marie Hagen aus Norwegen (542) und der Italienerin Annika Sieff (541). Westvold Hansen kam auf die Maximalausbeute von 1000 Zählern.
Aus organisatorischen Gründen war das Springen bereits am Donnerstag durchgeführt worden. Dabei war Armbruster nur auf 89,5 m gekommen und musste als 15. mehr als zwei Minuten nach Westvold Hansen (103,5 m) in die Loipe gehen. Nowak hatte vor dem Langlauf Rang sieben belegt.