Im Podcast „Wie geht’s“ von Fußballspieler Robin Gosens hat die frühere Weltklasse-Biathletin Magdalena Neuner einmal mehr über die Schattenseiten ihrer Karriere gesprochen.

Gerade als junge Sportlerin seien die enorme mediale Aufmerksamkeit und die Erwartungshaltung an sie nicht einfach zu kompensieren gewesen, verriet die 39-Jährige.

Magdalena Neuner ist die erfolgreichste deutsche Biathletin
Magdalena Neuner ist die erfolgreichste deutsche BiathletinMagdalena Neuner ist die erfolgreichste deutsche Biathletin© IMAGO/Bild13

Neuner: „Das hat mein Leben auf den Kopf gestellt“

Der Aufstieg zur Spitzenathletin kam für Neuner einst sehr plötzlich. Mit gerade einmal 19 Jahren holte die Oberbayerin 2007 ihren ersten WM-Titel. „Das hat mein Leben auf den Kopf gestellt“, offenbarte sie im Podcast des 24-maligen Nationalspielers.

„Du musst alles in Hochgeschwindigkeit lernen. Da kamen dann plötzlich ganz viele Presseanfragen, da kamen dann Managements“, blickte Neuner zurück. „Die Gefahr, dass man Fehler macht, ist natürlich unglaublich groß, und ich habe auch Fehler gemacht.“

Nach den unbekümmerten Auftritten als Newcomerin sei natürlich auch die Erwartungshaltung an sie gestiegen: „Alles hat sich um mich gedreht, ich hatte das Gefühl, ich kann gar kein Biathlon mehr machen.“

Biathlon: Frühes Karriereende mit 25 Jahren

Dieser Druck habe im Nachhinein maßgeblich zu ihrem Karriereende mit gerade einmal 25 Jahren beigetragen. „Ich möchte das nicht nochmal erleben“, gestand Neuner offen.

Auch 14 Jahre nach ihrem Karriereende ist sie die erfolgreichste deutsche Biathletin der Geschichte: Zweimal Gold bei Olympia, zwölf Weltmeistertitel, drei Gesamtweltcup-Siege sind bis heute unübertroffen.

Ihr frühes Karriereende im März 2012 sorgte deshalb vielerorts für Verwunderung. Entscheidend sei bei diesem Entschluss die enorme mentale Last gewesen, die der Sport mit sich bringt.

Olympia: Mehr Schein als Sein?

Auch bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver machte Neuner weniger positive Erfahrungen. „Es ist ja auch nicht alles so glitzerig und toll, wie man sich das im Fernsehen vorstellt“, verriet sie nun. „Das ist doch alles relativ steril und wenig auf den Sportler ausgelegt.“

Vor dem Fernseher verfolge Neuner Olympia zwar weiterhin gerne, dennoch bilanzierte sie: „Das muss ich jetzt nicht nochmal machen.“

Das Gefühl, mit ihrem Olympia-Gold 2010 eigentlich alles in ihrer Karriere erreicht zu haben, habe in Neuner eine gewisse Leere ausgelöst – die schließlich den finalen Impuls gab, einen Schlussstrich zu ziehen.

Neuner beendete 2012 nach der Heim-WM in Ruhpolding ihre Karriere an ihrem „Höhepunkt“, wie sie rückblickend zufrieden feststellte.