Für die Top-Stars der Biathlon-Szene läuft die entscheidende Vorbereitungsphase auf die WM in Nove Mesto (7. – 18. Februar). Dabei gilt es jedoch nicht nur, die körperliche Top-Form zu erreichen, sondern auch um die Suche nach dem optimalen Material.
Mit mindestens einem Auge werden die Top-Athleten demnach auch die derzeit laufende EM im Auge haben. Dort sollen die Norweger eine Art Geheimwaffe testen. Dabei geht es nicht um eine Veränderung an den Gewehren, sondern um eine neue Bindung, die bessere Laufzeiten ermöglichen soll.
Norweger dominieren bei EM: Dank neuer Geheim-Waffe?
Bereits beim ersten EM-Rennen feierten die Norweger einen Doppelsieg. Johan-Olav Botn und Vebjørn Sørum konnten den Rest des Feldes mit den besten Laufzeiten distanzieren. Dank der neuen Bindung? Die beiden Skandinavier zählen ohnehin zu den Top-Athleten, bestätigten aber nach dem Rennen, dass die Technik funktioniere. Zudem sprach auch Biathlon-Legende Ole Einar Bjørndalen von einer „revolutionären Technik“.
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Doch was macht die neue Bindung so einzigartig und effektiv? Sørum erklärte im Interview mit dem norwegischen Sender TV2: „Mit der Art, den Schuh so auf dem Ski zu befestigen, ist der Druckpunkt mitten unter dem Zehnballen. So bekommt man mehr Druck auf den Schnee und damit auch mehr Energie.“
Bjørndalen schwärmt: „Es ist revolutionär“
Das neu eingesetzte Produkt ist jedoch keine Entwicklung, die von heute auf morgen vollzogen wurde, sondern an der seit langer Zeit akribisch getüftelt wurde. „Sie versuchen seit zehn Jahren, es umzusetzen, aber haben es bisher nicht geschafft, diese Kombination von Schuh und Bindung haltbar zu machen. Jetzt haben sie es hinbekommen. Es ist revolutionär“, verriet Bjørndalen im norwegischen TV.
Die anderen Nationen dürften durch die neue „Geheimwaffe“ aufgeschreckt sein. Das norwegische Männer-Team dominiert den Weltcup auch so schon nach Belieben. Allerdings sind die Norweger nicht die einzige Nation, die bei der WM auf das System zurückgreifen könnten. Die beiden DSV-Hoffnungen Benedikt Doll und Roman Rees laufen mit einem Schuh der Marke Madshus und einer Bindung der Firma Rottefella. Dies ist offenbar die einzige Kombination, die die neue Technik zur Verfügung stellt.
DSV-Hoffnungen mit neuer Technik? Bjørndalen plaudert aus dem Nähkästchen
„Wenn sie sich bei der WM für diese Bindung entscheiden, könnten sie einen Vorteil haben, wie es aussieht. Sie haben jetzt zwei Wochen Zeit, es zu testen. Die Gerüchte sagen, dass die Deutschen damit sehr glücklich sind“, plauderte Bjørndalen aus.
Für Benedikt Doll und Roman Rees ist genau das ein Hoffnungsschimmer zur richtigen Zeit. Die beiden deutschen Skijäger waren bei den letzten Weltcup-Rennen chancenlos.
Noch ist nicht gesichert, dass die Bindung überhaupt bei der WM eingesetzt wird, jedoch bezeichnet Bjørndalen die Chance als „groß“. „Man hat mehr Power und mehr Stabilität im Ski und es ist leichter, die Balance zu finden“, führte er aus und bestätigte damit die Worte von Vebjørn Sørum.