Unter Tränen hatte Ragnhild Mowinckel am Samstag den Zielraum von Sölden verlassen. Die Norwegerin wurde nach dem ersten Riesenslalom-Durchgang des alpinen Ski-Weltcup-Auftakts disqualifiziert. Grund war ein zu hoher Fluor-Wert auf ihren Skiern. Fluorhaltiges Wachs ist fortan sportartübergreifend verboten, das wird von allen Betroffenen auch eigentlich begrüßt.
Das Problem: Schon vor der Saison hatte es Befürchtungen gegeben, dass es zu Fehlern bei den Testmethoden kommen könne. Das hätte wiederum ungerechtfertigte Disqualifikationen zur Folge. Etliche Verbände bezeichneten das Messverfahren als nicht nachvollziehbar. So versicherte nun der norwegische Verband, nicht betrogen zu haben. Mowinckels Ski-Firma Head sprach gar von einem „Desaster“.
Auch in anderen Winter-Sportarten geht längst die Angst um. „So etwas wünsche ich meinem schlimmsten Feind nicht“, kommentierte Norwegens Biathlon-Cheftechniker Tobias Dahl Fenre den Ball bei TV2. „Was uns angeht: Auch wir sind ganz klar besorgt, dass wir in eine ähnliche Situation geraten könnten.“ Er fürchtet ebenfalls mögliche „Fehldiagnosen“ und Disqualifikationen.
- Alles zum Biathlon-Weltcup
- Biathlon – Kalender
- Biathlon – Weltcupstände
- Biathlon – Ergebnisse
- Biathlon – LIVE
Fluor-Wirbel: „Das ist unser neues Leben“
Die Skier schnell zu machen, stehe „jetzt nur noch an zweiter Stelle“, erklärte Fenre. In erster Linie gehe es um die Einhaltung der Grenzwerte. Mit Mowinckel und den alpinen Technikern hatte er daher großes Mitleid.
„Sie sind die ersten Opfer der neuen Regeln geworden. Aber das ist unser neues Leben. Es wird nicht die letzte Disqualifikation gewesen sein“, vermutete Fenre.
Im Wintersport ist der Einsatz von Fluorwachs seit dieser Saison verboten. Gewisse Fluorverbindungen (C8) stehen in Verdacht, krebserregend zu sein und sind in der Natur nicht abbaubar. Der internationale Ski-Verband FIS setzte eine entsprechende EU-Richtlinie um.