Ruben Schott staunte nicht schlecht. „Es war abzusehen, dass wir wieder auf Friedrichshafen treffen werden“, sagte der Kapitän des Volleyball-Serienmeisters Berlin Recycling Volleys vor der nächsten Runde im Dauerduell: „Trotzdem ist es natürlich krass, dass es erstmals seit 14 Jahren ein Halbfinale ist, nachdem wir so viele Finals gegen sie gespielt haben.“
Halbfinal-Showdown in der Schmeling-Halle
Am Samstag (18.00 Uhr/Dyn) steht Spiel eins in der Berliner Max-Schmeling-Halle an. Gesucht wird dieses Mal aber nicht der neue Bundesliga-Titelträger, sondern eben „nur“ der Finalgegner der SVG Lüneburg oder der SWD powervolleys Düren. „Am Gefühl“ ändere das ungewohnt frühe Aufeinandertreffen „nichts“, sagte Schott, „es hat Endspielcharakter. Do-or-die im Halbfinale eben.“
Dass beide Mannschaften in dieser Saison nur zwei Siege für den Einzug in das Finale benötigen, missfällt dem 31-Jährigen. Er finde es „schade, dass die Serie nur im ‚best-of-three‘ ausgetragen wird“, meinte Schott: „Wir befinden uns im Saisonfinale, es geht um alles, und da würde ein ‚best-of-five‘ der Sache gerechter werden. Aber wir nehmen die Situation so an.“
Häfler wittern Chance im Kurz-Format
Das gilt auch für die Häfler, die im verkürzten Modus ihre Chance wittern. „Da wir in der Tabelle einen Platz weiter unten stehen, ist es für uns natürlich besser, Berlin nur in zwei von drei Spielen schlagen zu müssen als in drei von fünf“, sagte Trainer Adam Swaczyna.
Seit 1998 ging der Titel entweder nach Berlin oder Friedrichshafen, die Mannschaft vom Bodensee setzte sich aber zuletzt 2015 durch. Mut schöpft das Team von Swaczyna aus den zwei Pflichtspielsiegen in dieser Saison gegen den Hauptstadtklub. „Wir wissen, dass wir uns gegen die Berliner durchsetzen können“, sagte der Pole: „Allein an den eigenen Sieg zu glauben, kann in so einer Serie einen großen Unterschied machen.“