Es war noch einmal ein großer Aufreger im letzten Weltcup-Rennen der zu Ende gegangenen Biathlon-Saison: Beim Massenstart über 12,5 Kilometer schnappte Linn Persson ihrer schwedischen Teamkollegin Elvira Öberg im Zielsprint Platz vier weg.
Ein vermeintlich kleines Detail – doch mit größerer Auswirkung: Öberg verpasste dadurch hauchdünn die kleine Massenstart-Kristallkugel, die an die Französin Justine Braisaz-Bouchet ging. (DATEN: Weltcup-Stände im Biathlon)
Persson berichtete nun beim schwedischen Sender SVT von „ziemlich bösen Nachrichten“, die sie am Tag nach dem Wettkampf erhalten habe. (BERICHT: Biathlon-Beben! Diese 31 Sportler treten zurück)
Biathlon-Zielsprint in Oslo: Persson verteidigt sich
„Es ist sehr traurig, dass andere denken, ich hätte Elvira den Erfolg nicht gegönnt. Denn das stimmt definitiv nicht“, sagte Persson weiter.
Persson betonte, dass sie nicht über das Szenario im Fernduell zwischen Öberg und Braisaz-Bouchet informiert war: „Wir haben keine Informationen erhalten. Wahrscheinlich waren die Fernsehzuschauer auf der Couch besser informiert.“
Ob sie sich anders verhalten hätte, wenn sie von der genauen Situation gewusst hätte? Sie wisse es nicht, gab Persson zu, Biathlon sei immer noch eine Einzelsportart. (DATEN: Weltcup-Kalender mit Ergebnissen der Biathlon-Saison)
Zwischen ihr und Öberg sei das Verhältnis nicht gestört: „Jeder gibt sein Bestes, das wissen wir beide. Es gibt kein böses Blut!“
Biathlon-Wirbel: Öberg gibt Persson keine Schuld
Öberg selbst wurde nach dem Rennen von einer SVT-Reporterin darauf angesprochen, dass sie durch den verlorenen Zielsprint nun auch den Triumph in der Disziplin-Wertung verpasst habe – und ging daraufhin wortlos weg, um erst mehrere Minuten später wieder zum Interview zu erscheinen.
Dabei machte sie verständlicherweise einen schlecht gelaunten Eindruck, den sie aber damit erklärte, zwar enttäuscht zu sein, vor allem aber von sich selbst.
„Linn trifft da keine Schuld“, sagte Öberg und meinte: „Es ist Sport – und geht nicht um Leben und Tod.“