Die deutschen Biathleten müssen weiter auf ihren ersten Staffelsieg seit dem 14. März 2015 warten. Am Sonntag lief das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) beim Weltcup in Pokljuka in der Formation Erik Lesser, Matthias Dorfer, Benedikt Doll und Simon Schempp über 4×7,5 km auf den dritten Platz.

Nach elf Nachladern betrug der Rückstand auf den Sieger Frankreich 21,5 Sekunden. Dank Dolls starker läuferischer Leistung reichte es noch zum Podium.

Schempp kann nicht mehr aufholen

Schlussläufer Schempp hatte als Zweiter die Verfolgung des französischen Dominators Martin Fourcade in Angriff genommen. Während Fourcade allerdings fehlerfrei blieb und einsam dem Sieg entgegen lief, musste Schempp nach einem Nachlader den russischen Schlussmann Anton Schipulin passieren lassen. Der Olympiasieger erreichte 15,7 Sekunden hinter Frankreich das Ziel.

„Ich habe alles versucht und noch gehofft, Schipulin zu holen. Leider habe ich den Anschluss nicht geschafft. Aber immerhin sind wir mit einem Podium in die Saison gestartet“, sagte Schempp im ZDF.

Startläufer Lesser hatte zuvor durchwachsen geschossen, fünf Nachlader benötigte der 28-Jährige für die insgesamt zehn Scheiben. Auch deshalb übergab er mit einem Rückstand von 33,9 Sekunden als Neunter auf Dorfer (23), der in Slowenien sein Weltcup-Debüt gefeiert hatte und den geschonten Ex-Weltmeister Arnd Peiffer ersetzte.

Doll rettet Podestplatz 

„Die Jugend muss voran“, begründete Männer-Bundestrainer Mark Kirchner Dorfers Nominierung und ergänzte: „Bewährungsproben sind dafür da, um sie zu meistern.“ Und das machte der Neuling überraschend souverän. Ohne Ersatzpatrone kam Dorfer aus, verlor aber in der Loipe auf der Schlussrunde relativ viel Zeit und schickte Doll als Achter (+53,7 Sekunden) auf die Strecke.

Dessen Vorstellung war ein kompletter Kontrast zu Dorfers Leistung. Trotz fünf Nachladern drehte Doll mächtig auf. Dank einer furiosen Schlussrunde führte er sein Team auf den zweiten Rang, nur 20,5 Sekunden betrug der Rückstand beim letzten Wechsel.