Johannes Thingnes Bö kommt zurück. Nachdem der Biathlon-Superstar in diesem Sommer zwar auf die gemeinsame Vorbereitung mit dem Nationalteam verzichtet, hat der 17-malige Weltmeister aus Norwegen nun seine baldige Rückkehr bekanntgegeben.

„Ich fühle mich bereit, wieder zum Team zu stoßen“, verkündete Bö im Interview mit dem norwegischen Fernsehsender TV2. „Ich bin bereit, in Zukunft wieder ein Biathlet zu sein und nicht nur ein Vater.“ Seine Entscheidung, während der Saisonvorbereitung aufgrund der Geburt seines zweiten Kindes zu pausieren, sei für ihn richtig, obwohl Bö deswegen nicht richtig trainieren kann.

„Auf vielen Ebenen ist es eine Entscheidung, die man treffen muss“, erklärte der 30-Jährige. „Nicht viele Menschen entscheiden sich so, aber das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass nicht viele Sportler während ihrer Karriere Kinder haben“

„Am Ende muss man das machen, was das Beste für einen ist. Und unser Ding ist es, so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen, weil man diese Zeit nie wieder zurückbekommt“, begründete der Norweger seine Entscheidung, wegen der er nun selbstständig zuhause fit hält. Dass er deswegen, wie von vielen erwartet, außer Form gerät, glaubt Bo nicht.

„Vielleicht sogar gut, ab und zu Pause zu machen“

„Vielleicht ist es sogar gut, ab und zu mal eine Pause zu machen“, mutmaßte der fünfmalige Olympiasieger stattdessen. „Man sollte nicht vergessen, dass das auch einen positiven Effekt haben kann. Das hoffe ich zumindest.“

Trotzdem ist sich Bö auch bewusst, dass seine Vorbereitung nicht ideal ist, vor allem weil er das zweiwöchige Höhentrainingslager auf der Seiser Alm verpasst.

„Da hatte ich immer das Gefühl, dass ich innerhalb von zwei Wochen von einem schlecht trainierten Sportler zu einem sehr gut trainierten Sportler wurde“, blickte Bo zurück und erinnerte sich an die letzte Saison, in der er diese Vorbereitung nicht absolvierte: „Das letzte Mal, dass ich dort nicht dabei war, war vor der Olympia-Saison. Und diese Saison war nicht so gut.“

„Aber wenn man eine Familie hat und der Jüngste einen Monat alt ist, kann man nicht einfach wegrennen“, stellte Bo seine Prioritäten klar – und gab sich mit seiner Entscheidung im Reinen: „Es gibt einen Grund, warum ich nicht da bin. Und der Grund ist stärker.“