35 Grad Celsius, strahlend blauer Himmel – für Volleyball-Profi Simon Kohn vom VfB Friedrichshafen eigentlich der perfekte Tag, um die Sommerpause zu genießen. Doch der 21-Jährige liegt nicht etwa in der Sonne am Bodensee, er verbringt die heißen Tage in der Trainingshalle des Bundesstützpunktes in Kienbaum. Schuften für sein großes Ziel: ein Spiel im Nationaltrikot.

„Das eigene Land zu repräsentieren ist schon der Traum, für den man das alles macht“, sagt Kohn im SID-Interview. Seit Oktober wird er vom Deutschen Volleyball Verband (DVV) beobachtet, im Mai erhielt er die Nominierung von Bundestrainer Massimo Botti für den erweiterten Kader der Nations League.

Statt Eisessen und Plantschen standen Kraftdiagnostik und Balltraining auf dem Tagesprogramm. „Wir sind alle durch, aber es ist eine kleine coole Gruppe, also macht es trotzdem Spaß“, erzählt der Außenangreifer, der zuletzt von einer Fußverletzung ausgebremst wurde.

Kohn arbeitet hart für sein Ziel
Kohn arbeitet hart für sein ZielKohn arbeitet hart für sein Ziel© picture-alliance/SID/Andreas Gora

Kohn ist dienstältester Youngster in Friedrichshafen

Auch deshalb rechnet sich Kohn nicht allzu große Chancen auf einen baldigen Einsatz in der Nationalmannschaft aus, und doch hält er sich bereit – für den Fall der Fälle. Zudem wartet auf ihn im Verein eine Herausforderung, für die es sich lohnt, hart zu arbeiten.

In der Bundesliga ist er in der kommenden Saison der dienstälteste Spieler beim früheren Serienmeister Friedrichshafen, dabei ist er selbst doch kaum dem Nachwuchs entwachsen. „Natürlich ist das witzig, aber meine Rolle wird sich nicht groß ändern“, sagt Kohn, der seit 2020 beim VfB spielt: „Ich versuche wie jedes Jahr, viel Verantwortung zu übernehmen.“

Titelhunger in Friedrichshafen

Der gebürtige Ulmer, dessen Schwester Hannah in Schwerin ebenfalls in der Bundesliga spielt, hat erst im Mai seinen Vertrag verlängert und für die kommende Saison ein klares Ziel: „Ich will mich persönlich weiterentwickeln und ein besserer Spieler werden.“ Der Traditionsklub, der seit dem Pokalsieg 2022 auf einen Titel wartet, sei hungrig: „Wenn man in Friedrichshafen spielt, will man immer um Titel spielen.“

Doch vor dem Bundesligastart im Herbst steht noch die Nationalmannschaft im Fokus. Zunächst mit der Nations League, dann mit der Europameisterschaft im September. Der Kader von Bundestrainer Botti steht in weiten Teilen, doch wenn sich eine Tür öffnet, wäre Simon Kohn bereit.