Nach Super-Bowl-Champion Sebastian Vollmer gibt es mit Lorenz Metz bei den New England Patriots wieder einen deutschen Offensive Lineman.
Im SPORT1-Interview spricht der Bayer über eine Achterbahnfahrt der Gefühle, seine Super-Bowl-Erfahrung und sein Ziel für die neue Saison.
Metz: „Sie haben mir hier eine Zukunft zugesagt“
SPORT1: Lorenz Metz, die Vorbereitung auf die neue NFL-Saison ist in vollem Gange. Welche Rolle trauen Sie sich in dieser Spielzeit zu?
Lorenz Metz: Ich mache auf jeden Fall, was immer dem Team hilft, und versuche, mir einen Startplatz herauszuholen.
SPORT1: Welche Perspektive haben Ihnen die Patriots aufgezeigt?
Metz: Sie haben mir hier eine Zukunft zugesagt. Ich versuche einfach, mein Bestes zu geben. Der Rest liegt dann bei den Coaches.
SPORT1: Sie sind im Januar zu den Patriots gekommen, mitten in den Playoffs als Neuling zu einem eingespielten Team gestoßen. Jetzt machen Sie die komplette Vorbereitung mit dem Team mit. Inwiefern merken Sie einen Unterschied für sich selbst?
Metz: Der Coaching-Stil ist komplett anders im Vergleich zu meiner Zeit bei Tampa Bay (Metz gehörte vor seinem Wechsel zum Practice Squad der Tampa Bay Buccaneers; Anm. d. Red.). Ich denke, ich habe viel mehr Selbstvertrauen und bin ziemlich stolz auf das, was ich hier schon geschafft habe. Ich freue mich jetzt auf das erste Vorbereitungsspiel gegen die Indianapolis Colts.
SPORT1: Es gibt bei den Patriots einige hochkarätige Neuzugänge, allen voran Wide Receiver A.J. Brown. Wie lief der erste Kontakt mit ihm?
Metz: Das sind alles normale Menschen. A.J. hat ‘Hallo’ zu mir gesagt und sich vorgestellt. Ein ganz cooler Typ.
„Du musst aus deinen Fehlern lernen“
SPORT1: Ein anderer großer Name ist Quarterback Drake Maye. Er hatte großen Anteil am etwas überraschenden Super-Bowl-Einzug, wurde nach dem Endspiel jedoch auch durchaus kritisch gesehen. Wie geht er damit um?
Metz: Du musst aus deinen Fehlern lernen, das ist bei jedem so. Ich denke, dass Drake hier den nächsten Schritt machen kann und dann immer besser werden wird.
SPORT1: Die Öffentlichkeit kennt ihn als Quarterback auf dem Football-Feld. Wie nehmen Sie ihn im Alltag wahr?
Metz: Ich würde sagen, er ist ein ganz normaler, ganz cooler Kerl. Seine Frau bringt uns immer Kekse in die Meetings und wir schreiben ihr dann immer Dankes-Zettel.
Vom Cut bis in den Super Bowl
SPORT1: Lassen Sie uns ein halbes Jahr zurückblicken. Sie standen Anfang Februar mit den Patriots im Super Bowl gegen die Seattle Seahawks. Wie haben Sie die Zeit damals erlebt?
Metz: Das war schon eine ziemliche Achterbahnfahrt – von den Tampa Bay Buccaneers gecuttet, dann eine Woche später bei den Patriots, hier aufgenommen zu werden und dann diesen Super Bowl-Run zu machen. Echt unglaublich, das kann man gar nicht beschreiben.
Cookies im Meeting: So ticken die Patriots-Superstars
SPORT1: Sie waren während der Nationalhymne einige Male prominent im Bild zu sehen. Welche Reaktionen haben Sie darauf bekommen?
Metz: Meine Familie hat mich da gesehen, das war ein cooler Moment für sie und auch für meine Freunde. Aber ansonsten hat es da keine Reaktionen gegeben.
„Bis nach Mitternacht aufgeblieben“
SPORT1: Welche Momente aus der Super Bowl-Woche sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Metz: Mit den Mitspielern den Super-Bowl-Run zu feiern, dann da anzukommen, meine Frau und ihre Eltern dorthin einzuladen, war cool. Dann eben auch, dass meine Familie daheim bis nach Mitternacht aufgeblieben ist, um mich zu verfolgen. Das war toll.
SPORT1: Was war die Botschaft nach dem verlorenen Finale?
Metz: Die generelle Botschaft war, dass wir besser spielen und aus unseren Fehlern lernen müssen. Das können wir dieses Jahr machen.
Sebastian Vollmer? „Er gibt mir Tipps“
SPORT1: Wenn über einen deutschen Offensive Lineman der Patriots gesprochen wird, führt kein Weg an Sebastian Vollmer vorbei, der zwei Mal mit New England den Super Bowl gewonnen hat. Wie ist Ihr Austausch mit ihm?
Metz: Wir sind im Austausch, wir sprechen, er gibt mir Tipps. Wir haben uns auch beim Super Bowl getroffen, er hat mich interviewt. Echt ein cooler Typ.
SPORT1: Wie könnte es gelingen, dass noch mehr Deutsche den Sprung in die NFL schaffen?
Metz: Ich denke, der Football muss einfach ein bisschen mehr wachsen. Man hat schon gesehen, von 2012, 2014 bis jetzt – das ist schon ein großer Unterschied. Jetzt hast du die verschiedenen Ligen in Deutschland und Europa. Ich denke, da wird das Niveau auch höher und höher.