So leicht lässt sich Aaron Rodgers nicht entmutigen.
Der Star-Quarterback der Green Bay Packers hat sein Saisonziel auch nach dem Kreuzbandriss seines besten Receivers Jordy Nelson nicht korrigiert: Super Bowl oder gar nichts.
„Jordy wird fehlen, aber wir haben speziell in der Offensive ein unglaubliches Talentlevel. Für uns geht jetzt ein neues Fenster auf. Ich habe noch sechs Jahre Vertrag und plane, so lange auf dem höchsten Niveau spielen“, sagte der aktuelle MVP.
Tatsächlich gehört der Angriff auch ohne Nelson zu den explosivsten der NFL. Speziell Randall Cobb und Eddy Lacy versetzen Defensivreihen in Angst und Schrecken. „Scout.com“ bezeichnet die Offensive passend als „fein abgestimmten Rennwagen“.
Achillesferse der Packers ist die Defense
Ein Schlüssel ist die eingespielte Offensive Line, die Rodgers nahezu optimalen Schutz bietet. An Cobbs Seite könnte zudem der junge Receiver Davante Adams zu einem der Shooting Stars werden.
Das größte Fragezeichen bleibt die Defense. Bei ihrem Preseason-Einstand als Einheit ließen die elf designierten Starter 39 Punkte und über 300 Yards in einer Hälfte gegen Philadelphia zu.
Trotzdem gehören die Packers zum engsten Kreis der Titelanwärter. Die üblichen Verdächtigen Seattle, New England, Indianapolis und Denver haben ebenfalls gute Aussichten.
SPORT1 macht vor der neuen NFL-Saison den Favoriten-Check.
Green Bay Packers
Die Packer dürften sich in der NFC North vor allem wieder mit Detroit duellieren. Mit dem Heimvorteil Lambeau Field und Rodgers‘ Arm sind die „Cheeseheads“ darauf erpicht, die Overtime-Schlappe im NFC-Finale gegen Seattle wettzumachen. Der wichtigste „Neuzugang“ ist Nose Tackle B.J. Raji, der die gesamte Saison 2014 verletzt verpasste.
Seattle Seahawks
Nur wenige Zentimeter fehlten den Seahawks im Februa zum zweiten Super-Bowl-Triumph in Folge. Auch 2015 ist die Truppe von Coach Pete Carroll zu beachten. Die Abwehr-Stars Richard Sherman, Earl Thomas und Cam Chancellor sind wieder fit, Quarterback Russell Wilson ist auf dem Weg zum MVP-Kandidaten und bekam mit Tight End Jimmy Graham noch eine herausragende Waffe – speziell vor der Endzone. Und „Beast Mode“ Marshawn Lynch ist ja auch noch da.
Am Sonntag steigt der Super Bowl zwischen Patriots und Rams. Gespielt wird im Stadion der Falcons. SPORT1 stellt den monströsen Tempel und weitere NFL-Stadien vor.
Dallas Cowboys
Einige Fans in Dallas trauern DeMarco Murray nach, aber mit der besten Offensive Line im Football sollen auch Julius Randle und der verletzungsgeplagte Darren McFadden Yards machen. Das denken sich zumindest Boss Jerry Jones und Jason Garrett. Die Defense wurde mit den Problemfällen Greg Hardy und Randy Gregory verstärkt. Integrieren sie sich, können sich die Quarterbacks in der NFC auf Angstschweiß einstellen. Die Trümpfe im Team des deutschen Rookies Mark Nzeocha bleiben aber Tony Romo, Dez Bryant und die gerade defensiv relativ schwache Division.
New England Patriots
„The same procedure…“: Wenn es um die Favoriten in der NFL geht, sind die Patriots automatisch gesetzt. Der Titelverteidiger strebt die sechste Meisterschaft der Ära Tom Brady/Bill Belichick an. Trotz „DeflateGate“-Ablenkung ist die Offense mit dem deutschen Sebastian Vollmer explosiv – vor allem nach der Aufhebung von Bradys Sperre. Das Fragezeichen steht hinter der Defense. Die beiden Star-Cornerbacks Darrelle Revis und Brandon Browner sind ebenso weg wie Nose Tackle Vince Wilfork.
Indianapolis Colts
Nach einer stetigen Steigerung bis ins AFC-Finale wäre die Truppe um Jungstar Andrew Luck der 50. Super Bowl der logische nächste Schritt. Der Angriff wurde mit den Routiniers Frank Gore und Andre Johnson sinnvoll verstärkt. Wenn jetzt noch Björn Werner für die Quarterbacks gefährlicher wird, könnte es tatsächlich klappen.
Indianapolis strebt mit erfahrenen Zugängen gen Super Bowl. Die Patriots lähmen DeflateGate und Abwehrschwund, die 49ers zerfallen. Gewinner und Verlierer des NFL-Sommers.
Denver Broncos
Peyton Manning nimmt nach der nächsten Playoff-Enttäuschung einen weiteren Anlauf. Mit neuem Coach und mehr Laufspiel über C.J. Anderson soll der Verlust von Julius Thomas aufgefangen werden. Ähnlich wie bei Pats und Colts ist die Verteidigung die Schwachstelle. Manning hat sicher noch etwas im Tank und mit Demariyus Thomas und Emmanuel Sanders richtig gute Anlaufstellen. Stärker sind die Broncos auf dem Papier aber nicht geworden.
Pittsburgh Steelers
Nicht wenige Experten halten den Angriff der Steelers für den explosivsten der NFL. Wenn die Sperren von Running Back Le’Veon Bell (2 Spiele) und dem kommenden Star-Receiver Martavis Bryant (4) abgelaufen sind hat mit Ben Roethlisberger in Verbindung mit Antonio Brown ein hochkarätiges Trio zur Verfügung. „Big Ben“ hat schon oft bewiesen, dass er große Spiele gewinnen kann. Ihre früher gefürchtete Defense haben sie verjungt. Architekt Dick LeBeau ist weg, auch Troy Polamalu kann sich jetzt Full-Time um seine Haarpracht kümmern. Die hochtalentierten Cameron Heyward, Jarvis Jones und Ryan Shazier sollen den „Steel Curtain“ wieder beleben