Ohne den weiterhin verletzten Weltmeister Franz Wagner haben die Orlando Magic in der NBA auch ihren zweiten Matchball gegen die Detroit Pistons vergeben.

Nach dem 79:93 wartet in der ersten Playoff-Runde das alles entscheidende siebte Spiel. Zum Showdown kommt es auch für Dennis Schröder mit den Cleveland Cavaliers nach einem dramatischen 110:112 nach Verlängerung bei den Toronto Raptors.

Barretts glücklicher Buzzer-Beater

RJ Barrett traf 1,2 Sekunden vor Schluss zum Sieg der Kanadier – und wie! Sein Wurf war zunächst am Ring abgeprallt, sprang aber hoch in die Luft, weit über das Brett hinaus, die ganze Halle hielt den Atem an – und dann senkte sich der Ball doch noch in den Korb.

„Gott sei Dank! Ich habe im vierten Viertel und in der Verlängerung nichts getroffen, ich habe schlecht gespielt. Gott sei Dank hat dieser Wurf geklappt“, sagte Barrett.

„Es war nur eine halbe Sekunde, aber es hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit“, sagte Raptors-Coach Darko Rajakovic. „Ich habe mich für ihn, für diese Mannschaft und für diese Stadt gefreut, dass der Ball im Korb landete.“

Raptors-Profi RJ Barrett war der gefeierte Matchwinner in Spiel 6
Raptors-Profi RJ Barrett war der gefeierte Matchwinner in Spiel 6Matchwinner gegen Cleveland: RJ Barrett© AFP/GETTYIMAGES/SID/COLE BURSTON

„Nennt mich verrückt, nennt mich hellseherisch, aber ich habe das heute Abend kommen sehen“, sagte Rajakovic. „Es ist surreal.“

Schröder kommt für wichtige Sequenz ins Spiel

Schröder spielte diesmal lange keine große Rolle und kam nur auf sieben Punkte. 18 Sekunden vor Spielende kam er beim Stand von 110:109 jedoch ins Spiel, um den Ball nach vorne zu tragen und bei einem möglichen Foul als sicherer Freiwurfschütze an die Linie zu treten.

Doch die Raptors waren vorbereitet, sperrten Schröder zunächst den Weg über die Mittellinie ab. Als der deutsche Weltmeister sich dem Doppelteam entzog und doch den Weg in die gegnerische Hälfte fand, kam ein weiterer Raptors-Spieler zur Hilfe. Schröder sah sich gezwungen, den Ball an Big Man Evan Mobley zu passen.

Darauf hatte Raptors-Akteur Collin Murray-Boyles nur gewartet, sofort spitzelte er den Ball aus Mobleys Händen und auf dessen Knie. Von dort sprang der Ball ins Haus und die Raptors erhielten ihn zurück, was Barrett zum entscheidenden Wurf nutzte. Ein Dreierversuch von Mobley in letzter Sekunde traf dagegen nur den Ring und sprang raus.

Seine Cavaliers haben im siebten Spiel am Sonntag Heimrecht und damit offenbar einen großen Vorteil: In allen sechs bisherigen Spielen der Serie setzte sich das Heimteam durch.

Magic verspielt deutlichen Vorsprung

Orlando muss dagegen am Sonntag in Detroit um den Einzug in die nächste Runde kämpfen, dabei hätte die Serie längst zugunsten des Teams aus Florida entschieden sein können.

Am Freitag führten die Magic zwischenzeitlich mit 24 Punkten (62:38), ließen das beste Team der Hauptrunde der Eastern Conference aber wieder herankommen.

Nach einem 3:1 steht es somit 3:3. „Niemals aufgeben, so einfach ist das. Das ist der Detroit-Kampfgeist, genau darüber haben wir das ganze Jahr gesprochen“, sagte Cade Cunningham, mit 32 Punkten bester Werfer der Partie.

Tristan da Silva erzielte für Orlando zehn Punkte. Franz Wagner fehlte wie im Spiel zuvor wegen einer Wadenzerrung, sein Bruder Moritz kam wieder nicht zum Einsatz.

Lakers buchen Viertelfinal-Ticket

Im Viertelfinale stehen die Los Angeles Lakers.

Altmeister LeBron James (28 Punkte) führte sein Team, das weiterhin auf Superstar Luka Doncic verzichten muss und wieder auf Maximilian Kleber verzichtete, zum 98:78 bei den Houston Rockets.

Nach dem 4:2 in der Serie geht es für die Lakers nun gegen Titelverteidiger Oklahoma City Thunder mit dem deutschen Nationalspieler Isaiah Hartenstein.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)