Jason Kidd ist nicht mehr Head Coach der Dallas Mavericks – offiziell ist „die Entscheidung in beiderseitigem Einvernehmen getroffen worden“, hieß es in einer Mitteilung. Hinter dem Aus steckt aber offenbar mehr als nur ein sportlicher Schnitt.
Nach Informationen von Sports Illustrated wollte die NBA-Franchise wohl einen „potenziellen Machtkampf“ vermeiden, nachdem Masai Ujiri als neuer Präsident das Kommando bei den Mavs übernommen hatte.
Wollte Kidd selbst Präsident werden?
Die Mavs hatten die Trennung von Kidd am Dienstag bekanntgegeben, obwohl der ehemalige Mitspieler von Dirk Nowitzki erst im Oktober um vier Jahre verlängert hatte und ihm noch 40 Millionen Dollar zustanden.
ESPN-Reporter Tim MacMahon berichtete, Kidd habe nach der Entlassung von Nico Harrison im November den Wunsch geäußert, selbst Präsident zu werden. Mavs-Boss Patrick Dumont soll ihm jedoch direkt signalisiert haben, dass er für den Posten nicht infrage komme – zudem sei Kidd während der Suche nach Harrisons Nachfolger „nicht eingeweiht“ worden.
Nach Angaben von ESPN-Insider Shams Charania hat Ujiri in Dallas „volle Autorität“ erhalten, die Neuausrichtung der Franchise voranzutreiben.
Kidd hatte die Mavericks fünf Spielzeiten lang betreut, kam auf eine Bilanz von 205 Siegen und 205 Niederlagen und führte das Team zu zwei Playoff-Teilnahmen – inklusive eines Durchmarschs in die NBA-Finals der Saison 2023/24.
Überraschende Spekulationen um mögliche Kidd-Nachfolgerin
Die Spekulationen um die Nachfolge von Kidd nehmen derweil bereits Fahrt auf. Dawn Staley, College-Trainerin der South Carolina Gamecocks, wird dabei als überraschende Option diskutiert.
Reporter Christian Clark von The Athletic berichtete zuletzt, dass es in der NBA eine Führungskraft gebe, die nicht überrascht wäre, wenn die Mavs Staley ernsthaft in Betracht ziehen würden. Weitere spannende Optionen seien die bisherigen Assistenztrainer Sean Sweeney (San Antonio Spurs) und Micah Nori (Minnesota Timberwolves).
Staley führte bereits im letzten Sommer ein Interview mit den New York Knicks und galt als Kandidatin für den vakanten Trainerposten. Zur ersten weiblichen Cheftrainerin in der NBA wurde sie schließlich nicht, wohl auch aufgrund der daraus resultierenden medialen Aufmerksamkeit, wie sie selbst im „Post Moves“-Podcast vermutete.
Mavs-Präsident Ujiri soll sich laut Sports Illustrated hingegen schon zu seiner Zeit bei den Toronto Raptors mit Becky Hammon, einer weiteren Trainerkandidatin, beschäftigt haben.