Diese Niederlage hat Headcoach Steve Kerr so richtig auf die Palme gebracht. Seine Golden State Warriors unterlagen in einem hochklassigen Spiel am traditionellen NBA Christmas-Day mit 114:120 beim Meister Denver Nuggets.
Bei den Nuggets überragte erneut das kongeniale Duo aus Jamals Murray (28 Punkte) und Nikola Jokic (26 Punkte, 14 Rebounds, 8 Assists). Gerade das Zustandekommen von Jokics 26 Punkten regte den sonst eher ruhigen Erfolgscoach der Warriors so richtig auf.
Satte 18 Freiwürfe bekam der Serbe zugesprochen, verwandelte alle 18 und stellte so gleichzeitig einen neuen persönlichen Rekord auf. Zu viel Kerr.
„Ich habe ein Problem damit, wie wir Defense komplett aus dem Spiel streichen“, echauffierte sich Kerr auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: „Wir ermutigen die Spieler, sich den Weg an die Freiwurflinie zu ergaunern. Ich persönlich würde mir diese zweite Halbzeit nicht anschauen wollen. Es war ekelhaft.“
NBA: Nuggets bekommen 26 Freiwürfe in einer Halbzeit
Satte 32 Freiwürfe bekamen die Nuggets im Spiel zugesprochen, aber auch Golden State wanderte immerhin 23 Mal an die Freiwurflinie.
Besonders eklatant wurde das Freiwurf-Festival aber in Halbzeit zwei. Allein in den letzten 24 Minuten bekamen die Nuggets 26 Freiwürfe, Nikola Jokic durfte allein 14 Mal an die Linie.
Gerade Jokic ist dabei eigentlich so gar nicht dafür bekannt, viele Freiwürfe zu werfen und schon gar nicht, diese à la James Harden oder Luka Doncic zu schinden. Der zweimalige MVP warf in dieser Saison vor dem Spiel gegen die Warriors knapp 5,9 Freiwürfe pro Spiel, in seiner Karriere im Schnitt 4,5.
Kerr nimmt Schiedsrichter in Schutz
Trotz der Aufregung zeigte sich Kerr auch versöhnlich und nahm gerade die Schiedsrichter in Schutz. Die Spieler würden es den Schiris schwer machen und seien nur noch darauf aus, Fouls zu schinden.
„Es ging nur darum, dass die Referees ein Foul pfeifen und die Refs müssen dann auch diese Calls machen, weil es ihnen so beigebracht wurde“, erklärte Kerr.
Auf Seite der Nuggets sah man das Spiel erwartungsgemäß etwas anders. „Ich denke, es gibt einen Unterschied darin, ob man eine Berührung verkaufen möchte oder einfach floppt“, sagte Nuggets-Star Jamal Murray zur Kritik von Kerr.
Curry am Christmas-Day erneut schwach
Die Warriors scheiterten beim Duell mit dem aktuellen Meister aber nicht nur an der ungewöhnlich hohen Anzahl der Freiwürfe beim Gegner. Vielmehr fehlte ihnen gerade in der entscheidenden Phase einfach das Shot-Making.
Golden State konnte das Spiel über weite Strecken eng halten, traf aber letztendlich zu wenig der offenen Würfe. Gerade Superstar Steph Curry erlebte einen schwachen Tag. Er erzielte zwar 18 Punkte, traf aber nur sieben seiner 21 Würfe es dem Feld (33,3 Prozent). Von der Dreierlinie traf er sogar nur drei seiner 13 Versuche (23,1 Prozent). Zudem hatte er mit -26 den schlechtesten Plus-Minus-Wert seines Teams.
Für Curry geht damit der kuriose Christmas-Day-Fluch weiter. Dem überragenden Schützen versagt an Weihnachten regelmäßig das Händchen. In zehn Spielen erzielte Curry nur einmal mehr als 20 Punkte.
Bei seinem einzigen Ausreißer nach oben (2021 erzielte Curry 33 Punkte), warf er allerdings auch schlecht aus dem Feld und traf nur 10 seiner 27 Würfe (37 Prozent). An Weihnachten traf der Scharfschütze nie besser als 42 Prozent aus dem Feld und knackte überhaupt nur zweimal die Quote von 40 Prozent.
Steph Curry und Weihnachten, das passt in der hochdekorierten Karriere des viermaligen Meisters und zweimaligen MVPs einfach nicht zusammen. Die schwache Curry-Performance krönte einen Weihnachten zum Vergessen für die Golden State Warriors.