Seit Donnerstag ist offiziell, auf welche 26 Spieler Julian Nagelsmann bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada setzen wird. Eine der kontroversesten Entscheidungen des Bundestrainers dürfte die Nominierung von Leroy Sané gewesen sein – findet auch Lothar Matthäus.

Der Rekordnationalspieler habe zwar ein gutes Verhältnis zu Sané, in der Sendung „Lothar legt los“ bei Bild stellte er dennoch eindeutig klar: „Ich hätte ihn nicht nominiert.“

Lothar Matthäus hat leise Kritik an Leroy Sané geübt
Lothar Matthäus hat leise Kritik an Leroy Sané geübtLothar Matthäus hat leise Kritik an Leroy Sané geübt© IMAGO/Ulrich Wagner

In den letzten vier Spielen im DFB-Trikot erzielte Sané zwei Tore und gab drei Vorlagen. Trotzdem merkte Matthäus an: „Das hört sich alles ganz gut an, aber gegen wen haben wir denn gespielt?“ Deutschland siegte gegen Luxemburg (2:0), die Slowakei (6:0), die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1).

Matthäus kritisiert übt leise Kritik an Sané

„Mit der Nationalmannschaft hat er gegen die Slowakei ein Weltklassespiel gemacht“, stellte Matthäus klar, fragte sich allerdings: „Reicht das, wenn du ein Spiel von sechs oder sieben sehr gut machst, um für die WM nominiert zu werden, wenn andere Spieler besser performt haben?“

Darüber hinaus führte der 65-Jährige auch Sanés Leistungen für Galatasaray Istanbul an. Besonders in der K.o.-Phase Champions League war der Nationalspieler nicht immer gesetzt. „Er ist nicht einmal Stammspieler bei Galatasaray. Er hat die Erwartungen bei weitem nicht erfüllt“, sagte Matthäus und ergänzte: „Die Fans feiern ihn mal im Stadion ab und rufen seinen Namen, aber sie sind im Großen und Ganzen unzufrieden.“

Entgegen seiner Kritik betonte Matthäus, dass Sané einer Mannschaft immer noch das gewisse Etwas verleihen könne und über herausragende Fähigkeiten verfüge. Nagelsmanns Erklärung der Nominierung könne er hingegen nur bedingt nachvollziehen.

Matthäus: „Das darf jetzt kein Grund sein“

„Dass Nagelsmann ihn länger kennt, als vielleicht einen anderen Spieler, darf nicht ausschlaggebend für eine Nominierung sein. Er kennt Leroy und kann mit ihm umgehen, aber das darf jetzt kein Grund sein“, behauptete Matthäus.

Gewünscht hätte sich Matthäus vor allem eine Nominierung von Köln-Juwel Said El Mala: „Seine Torquote ist enorm für einen Spieler, der vor zwölf Monaten noch in der 3. Liga gespielt hat. Jetzt schießt er Köln praktisch zum Klassenerhalt, deshalb hätte ich mich für ihn entschieden.“

Das Leistungsprinzip, welches beispielsweise im Umgang mit Manuel Neuer angewandt wurde, werde in der Causa Sané „auf einmal nicht mehr in die Bewertung einbezogen“.