Drei Jahre später hat es doch noch geklappt. Deron Williams kehrt in seine Heimatstadt Dallas zurück und übernimmt das Aufbauspiel bei Dirk Nowitzkis Mavericks.
Der dicke Fisch, als der Williams im Sommer 2012 eine neue Ära einläuten sollte, ist der inzwischen 31-Jährige längst nicht mehr.
Seit seiner Entscheidung für Brooklyn ging es für D-Will und die Mavericks stetig bergab. (SERVICE: Die NBA-Deals des Sommers)
Jetzt soll der frühere NBA-All-Star das Team im knüppelharten Westen wettbewerbsfähig machen – und hofft dabei, seine fast schon in Trümmern liegende Karriere noch einmal aufzupolieren.
Mit D-Will beginnt Abwärtssog
In gewisser Weise musste es ja so kommen: Williams und die Mavericks sind seit der folgenschweren Entscheidung von Eigner Mark Cuban, sein Meisterteam 2011 zu sprengen, miteinander verknüpft.
Williams‘ Entscheidung gegen Dallas setzte in Texas eine Abwärtsspirale – garniert mit Absagen diverser Stars – in Gang, die zuletzt im Rückzieher DeAndre Jordans gipfelte.
Aber auch für Williams lief es in Brooklyn nicht. Die Coaches Avery Johnson, P.J. Carlesimo, Jason Kidd und Lionel Hollins verzweifelten an dem rätselhaften Point Guard ebenso wie die Teamkollegen.
„Als ich nach Brooklyn kam, hielt ich ihn für einen MVP-Kandidaten, aber das will er einfach nicht. Der Druck in Brooklyn hat ihm zu schaffen gemacht“, sagte im April Paul Pierce über Williams.
Legendärer Nuller in den Playoffs
Das Talent des zweimaligen Olympiasiegers ist unumstritten. Er hatte auch bei den Nets seine Momente, wie die 57 Punkte gegen Charlotte 2012 (Nets-Rekord). Aber letztlich baute er von Jahr zu Jahr auf 13 Punkte und 6,6 Assists in der vergangenen Saison ab.
Die Heat bereinigen laut Coach Spoelstra "viele Dinge im Backcourt". Neu in Florida ist Beno Udrih. L.A. gibt Metta World Peace eine neue Chance. Der NBA-Transfermarkt.
Seine zu oft fast schon lustlosen Vorstellung – erinnert sei an seinen Nuller in den Playoffs 2013 gegen Miami – ließen den Nets keine Wahl, die Notbremse zu ziehen.
Ganze 27 Millionen Dollar zahlten sie Williams am Ende, nur damit er nicht mehr in Brooklyn spielt. Für die Mavs ist er mit fünf Millionen Jahresgehalt dennoch ein guter Deal und im Vergleich zu den Kidd-Nachfolgern Darren Collison, Jose Calderon, Jameer Nelson und Rajon Rondo ein klares Upgrade.
Zu große Euphorie sollte im Mavericks-Lager aber nicht aufkommen. Speziell die Probleme mit diversen Coaches sollten nach dem Rondo-Fiasko die Alarmglocken schrillen lassen.
Wie reagiert Chefcoach Carlisle?
Cheftrainer Rick Carlisle tut sich seit jeher schwer, mit Aufbauspielern klarzukommen. Williams hatte selbst in Utah mit dem wenig komplizierten Denkmal Jerry Sloan Probleme.
Auf die Frage, was er rückblickend bei Rondo hätte anders machen können, sagte Carlisle jüngst: „Nichts.“
Kann ausgerechnet er jenen D-Will permanent herauslocken, der im vierten Spiel der Erstrundenserie 2015 gegen Dennis Schröders Atlanta Hawks mit 35 Punkten, sieben Assists, fünf Rebounds und sieben Dreiern brillierte? Zweifel bleiben.
Eine Wahl haben die Mavericks nach DeAndre Jordans Rückzieher nicht. Tanking scheint mit seiner Verpflichtung und bei voller Gesundung von Chandler Parsons sowie Wes Matthews keine Option mehr zu sein. Stattdessen liefern sie sich Williams auf Gedeih und Verderb als vorbelastetem Hoffnungsträger aus.
Die Mavs setzen auf seine Motivation, es noch einmal allen allen Kritikern zu zeigen. Dirk Nowitzki wäre es zu wünschen. Williams kommt drei Jahre zu spät – und vielleicht doch gerade noch rechtzeitig.