Der Meister hat sich eine historische Blamage eingefangen.
Die San Antonio Spurs verloren völlig überraschend mit 100:104 (96:96, 52:42) nach Verlängerung bei den New York Knicks – dem schlechtesten Team der NBA (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).
Dabei verspielten die Spurs ohne Routinier Manu Ginobili (Knöchelprobleme) in der zweiten Hälfte einen Vorsprung von 13 Punkten.
„Wir haben das Spiel nicht respektiert, wir haben den Gegner nicht respektiert. Das war eine erbärmliche Vorstellung. Ich hoffe, jedem Spieler ist das peinlich – nicht weil es ein Pflichtsieg war, sondern wegen der Art und Weise“, polterte der geladene Coach Gregg Popovich.
Knicks auf die leichte Schulter genommen
Dabei hatten die Spurs im Endspurt einer eher mäßigen Saison gerade ihre Form gefunden und sieben von acht Partien gewonnen. Der Auftritt im „Big Apple“ wurde wohl tatsächlich nicht ernst genommen.
Der lästige Pflichtausflug schien nach Danny Greens Dreier zum 59:46 Mitte des dritten Viertels auch schon abgehakt, ehe eine Slapstick-Parade mit unfassbaren Fahrkarten folgte.
„Wir hatten die Führung, haben sie aber mit unseren Fehlern im Spiel gehalten. Das haben sie dann ausgenutzt“, haderte Tim Duncan (17 Punkte, 8 Rebounds).
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Historische Pleite der Spurs
Selbst dieser qualitativ klar unterlegene Gegner ergriff die Chance. Lou Amundson (17 Rebounds) hievte die Knicks 5,5 Sekunden vor Schluss in die Overtime.
Dort traf San Antonio gerade einmal einen von neun Würfen und leistete sich drei Ballverluste. Tony Parker war mit 21 Punkten noch der beste Scorer (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).
So spät in einer Saison gewann noch nie ein Team mit einer Erfolgsquote von 20 Prozent oder weniger gegen den Titelverteidiger. Im 67. Spiel war es gerade einmal der 14. Sieg für die Knickerbockers.
Galloway und Schwed im Duett
Die beiden Guards Langston Galloway (22 Zähler) und der Russe Alexei Schwed (21 Punkte, 7 Assists) ragten bei den Gastgebern heraus.
„Es ist ein besonderer Sieg für das Team und ein schöner Sieg für die Fans. Sie haben ein großartiges Spiel gesehen. Wir wollen noch ein paar nachlegen“, sagte Schwed.
Nach einem Auswärtstrip traten die Knicks mit nur zehn gesunden Spielern an, zeigten aber lange vermissten Kampfgeist.
„Ich denke, dieses Spiel symbolisiert, das wir auf dem richtigen Weg sind. Vor ein paar Wochen hätten wir so ein Spiel nicht hinbekommen“, freute sich der leidgeprüfte Coach Derek Fisher.
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Popovich flüchtet sich in Ironie
Die Spurs (41 Siege – 25 Niederlagen) verloren dagegen als Siebter der Western Conference wertvollen Boden auf die direkt davor platzierten Dallas Mavericks um Dirk Nowitzki.
Seit 2001 gibt es nur zwei Teams aus dem Osten mit positiver Bilanz gegen den Titelverteidiger. Neben den Miami Heat (5:3) sind das kurioserweise die Knicks (5:4).
„Sie haben den Ball besser laufen lassen, mehr investiert und einfach den besseren Basketball gespielt. Dafür wurden sie zum Glück belohnt. Mehr gibt es nicht zu sagen. Es war mir eine Freude. Gute Nacht“, verabschiedete sich Popovich gewohnt ironisch.