Knapp zwei Monate vor der Heim-Weltmeisterschaft im Flag Football in Düsseldorf hat NFL-Deutschland-Chef Alexander Steinforth eine WM-Teilnahme von deutschen NFL-Profis ausgeschlossen, für die Olympischen Sommerspiele in Los Angeles aber ein Hintertürchen offengelassen.
„Was für LA2028 passiert, welche NFL-Spieler zugegen sein werden, das werden wir sehen. Für die WM freuen wir uns aber, die besten Spieler aus dem Flag Football selbst erst einmal begrüßen zu dürfen“, sagte Steinforth am Dienstag am Rande einer Veranstaltung in Düsseldorf, wo zwischen dem 13. und 16. August erstmals Frauen und Männer in Deutschland um den Weltmeistertitel kämpfen.
Bei der insgesamt zwölften Turnierausgabe geht es für die deutschen Frauen (Nr. 9 der Welt) und die Männer (Nr. 11) nicht nur um die erste Medaille seit 2004, sondern auch um die Olympia-Qualifikation. Bei der WM im Flag-Football-Komplex im Düsseldorfer Stadtteil Garath hat der Weltverband IFAF die erste Chance auf eines von nur sechs Olympia-Tickets vorgesehen. Die beste Nation neben Serienweltmeister USA, der als Gastgeber bereits qualifiziert ist, darf bei der olympischen Premiere dabei sein.
St. Brown ließ mit Gedankenspielen aufhorchen
Die Aussicht auf die Sommerspiele hatte in der Vergangenheit das Interesse von Profis aus der nordamerikanischen Football-Liga (NFL) geweckt. Auch Amon-Ra St. Brown von den Detroit Lions ließ mit Gedankenspielen über einen Einsatz bei der kontaktarmen Variante von American Football aufhorchen. „Die (USA, Anm. d. Red.) haben bereits eine Star-Besetzung, also lasst mich lieber für die deutsche Nationalmannschaft spielen“, sagte der Wide Receiver, der neben der US-amerikanischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft hat.
Steinforth ließ bei der Veranstaltung in Düsseldorf nun zumindest durchblicken, mit dem Weltverband über einen möglichen Einsatz von Profis aus dem American Football im Austausch zu sein.
Beim „Anfang unserer Wachstumsstory“ im Flag Football wendet sich Steinforth auch an den Nachwuchs. So überreichte Steinforth der Jan-Wellem-Förderschule in Düsseldorf symbolisch ein Equipment-Set für Flag Football. Insgesamt 142 Schulen des WM-Standortes erhalten die Ausstattung.
Damit soll bei den Schülerinnen und Schülern vor der WM Begeisterung für die Variante aufkommen, bei der nicht der Ballträger zu Boden gebracht, sondern ein Stoffstreifen vom Hüftgurt des Gegenspielers gezogen wird.