Nächster Wirbel um Naomi Osaka! (NEWS: Alles zum Tennis)

Die 23 Jahre alte Japanerin ist bei einer Online-Medienrunde im Rahmen eines WTA-Turniers in Cincinnati in Tränen ausgebrochen.

Der offenkundige Grund: Ein zugeschalteter Reporter hatte ihr eine Frage zu ihrem schwierigen Verhältnis zu den Medien gestellt. So wollte er von ihr wissen, warum sie diese boykottiere, wenn sie doch zugleich von ihnen profitiere.

Anschließend flossen die Tränen, Osaka wischte sich übers Gesicht, zog die Cap tief in die Stirn. Dann verließ sie wortlos das Podium und kehrte erst nach einer Pause wieder zurück. (die WTA-Weltrangliste)

Osaka mit Medien-Boykott in Paris

Hintergrund sind vor allem die Geschehnisse von Paris aus diesem Mai. Schon im Vorfeld hatte Osaka angekündigt, im Zuge der French Open keinen Pressetermin wahrzunehmen, um auf die mentale Gesundheit von Sportlern aufmerksam zu machen.

Wenig später der Paukenschlag: Osaka beendete das Turnier vorzeitig und enthüllte, dass sie schon seit 2018 an Depressionen leide. Während sie zuvor kritisiert und wegen ihres Medien-Boykotts beinahe aus dem Turnier ausgeschlossen worden war, zeigten sich anschließend die Veranstalter betroffen.

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“Ich denke, das Beste für das Turnier, die anderen Spieler und mein Wohlbefinden ist, dass ich meinen Rückzug erkläre, damit jeder sich wieder auf das anstehende Tennis in Paris fokussieren kann”, hatte Osaka damals geschrieben. “Ich wollte niemals eine Ablenkung sein und ich akzeptiere, dass mein Timing nicht ideal war und meine Botschaft hätte klarer sein können.”

Bei den Olympischen Spielen in Tokio wiederum hatte Osaka als große japanische Hoffnungsträgerin erneut extrem im Fokus gestanden. Zunächst als letzte Fackelträgerin, die das Olympische Feuer entzünden durfte, dann sportlich durch den bereits im Achtelfinale geplatzten Goldtraum.

“Ich bin traurig darüber, wie ich abgeschnitten habe”, sagte Weltranglistenzweite im Rückblick. “Aber ich war froh über die Erfahrung, das Entzünden des Feuers hat Spaß gemacht. Es wird eine große Erinnerung für mich bleiben.”

Osaka will mehr für Haiti-Opfer tun

Nach alledem nun in Cincinnati der nächste Tränen. Osakas Agent Stuart Duguid übte hinterher scharfe Kritik am Reporter, der ihr die Frage gestellt hatte.

“Der Rüpel beim Cincinnati Enquirer (US-Tageszeitung, Anm. d. Red.) ist der Inbegriff dafür, warum die Beziehungen zwischen Spielern und Medien im Moment so angespannt sind”, sagte Duguid.

Auch der amerikanische Tennis-Reporter Ben Rothenberg, der an der Pressekonferenz teilgenommen hatte, nannte auf Twitter die “Frage ziemlich aggressiv gestellt”.

Angesprochen auf die Katastrophe in der Karibik mit fast 1300 Toten, versprach Osaka indes noch mehr Unterstützung für die Erdbebenopfer in Haiti. Die Tochter eines Haitianers und einer Japanerin möchte nicht nur ihr in Cincinnati erspieltes Preisgeld spenden.

“Ich könnte noch mehr tun und versuche herauszufinden, wie ich meine Energie einsetzen kann”, erklärte die viermalige Grand-Slam-Gewinnerin.

Mit SID (Sport-Informations-Dienst)