Die viermalige Grand-Slam-Siegerin Aryna Sabalenka (28) muss weiter auf ihren ersten Wimbledon-Titel warten. Die Weltranglistenerste unterlag der an Position 14 gesetzten Japanerin Naomi Osaka, die zum ersten Mal ins Viertelfinale an der Church Road einzog, mit 2:6, 6:7 (2:7). Osaka gewann bisher, wie auch Sabalenka, sowohl die Australian als auch die US Open je zweimal. (Wimbledon 2026 täglich im LIVETICKER)
„Es war ein sehr tolles Match. Für mich ist es etwas ganz Besonderes, weil es das erste Spiel war, das ich auf diesem Court gewinnen konnte. Das bedeutet mir wirklich viel“, sagte Osaka, die nach dem Sieg besonders ihrer Mutter dankte, die sie „mit japanischem Essen bekocht“ hatte.
Eines ist damit sicher: Wimbledon wird eine neue Siegerin hervorbringen. Denn keine verbliebene Akteurin holte sich auf dem heiligen Rasen bisher den Pokal. Zudem wird eine Außenseiterin gewinnen, denn neben Sabalenka hat sich auch schon mit Elena Rybakina die Nummer zwei der Rangliste ebenso verabschiedet wie die Nummer drei Iga Swiatek.
Sabalenka scheidet aus
Michael Stiche, der in Wimbledon 1991 gewann, sagte bei Prime: „Das wird keine richtige Liebesbeziehung zwischen ihr und Wimbledon. Aber es ist schön zu sehen, dass Osaka an ihre Topform von damals ein wenig wieder anknüpfen kann. Damit sind natürlich außer Pegula auch quasi alle Favoritinnen raus.“
Gegen die ehemalige Weltranglistenerste Osaka, die bei ihrem Einlauf in den Centre Court wie gewohnt für modische Akzente sorgte – dieses Mal mit einem riesigen weißen Umhang –, kam Sabalenka nur schwer in die Partie. Die Belarussin lag schnell mit 1:4 und Doppelbreak zurück. Weil Osaka weniger einfache Fehler machte, gewann sie den ersten Satz souverän.
Auch im zweiten Satz fand Sabalenka nicht zu ihrem sonst so dominanten Spiel. Sie hielt jedoch jeweils ihren Aufschlag und erkämpfte sich den Tiebreak. Auch dort unterliefen ihr entscheidende Fehler oder sie scheiterte an der unaufgeregten Spielweise Osakas.
Sabalenka wird auch nach Wimbledon die Führung in der Weltrangliste innehaben. Die einzige Konkurrentin, die ihr den ersten Platz im WTA-Ranking hätte abnehmen können, war Elena Rybakina. Die kasachische „Ice Queen“ unterlag jedoch zuvor bereits überraschend mit 6:7 (4:7) und 1:6 gegen die Belgierin Elise Mertens.
Im Viertelfinale trifft die 28-jährige Osaka auf Karolina Muchova. Die an Position zehn gesetzte Tschechin war zuvor mit einem 7:5, 5:7, 6:3-Erfolg über ihre Landsfrau Barbora Krejcikova in die Runde der besten acht eingezogen. Muchova, French Open Finalistin von 2023, hatte erst in der vergangenen Woche in Bad Homburg ihren ersten WTA-Titel auf Rasen gewonnen und im Finale Osaka besiegt, die Japanerin hatte beim Stand von 1:6, 0:1 aus ihrer Sicht aufgegeben. Nun kommt es am Dienstag in London zum schnellen Wiedersehen.