Jan-Lennard Struff riss nach dem glücklichen Ende seiner Hitzeschlacht die Faust in die Höhe und ließ sich auf Platz 14 der French Open mit „Super-Struffi“-Sprechchören feiern. Fast vier Stunden später musste Daniel Altmaier sein bitteres Aus hinnehmen.
Erst schaltete der 36 Jahre alte Warsteiner Struff den Weltranglistenzehnten Alexander Bublik aus Kasachstan mit 7:5, 6:7 (6:8), 6:4, 7:5 aus. Dann unterlag der Kempener Altmaier dem kanadischen Weltranglistensechsten Félix Auger-Aliassime auf dramatische Weise mit 6:4, 4:6, 6:4, 1:6, 6:7 (7:10).
Struff war glücklich. „Das war ein toughes Match. Es waren schwierige Bedingungen“, sagte er bei Eurosport: „Eine überragende Unterstützung hier auf dem Court, es waren so viele Deutsche da. Einfach überragend.“ Boris Becker freute sich bei Eurosport mit. „Ganz wichtiger Sieg für unseren Mann“, sagte der TV-Experte: „Es war mal wieder Zeit, dass er so einen Spieler schlägt.“
Siegemund muss sich Fashin Queen geschlagen geben
Ganz anders war dagegen die Stimmungslage bei Laura Siegemund nach ihrer 3:6, 6:7 (3:7)-Niederlage gegen „Fashion Queen“ Naomi Osaka. „Ich habe sie definitiv geärgert, ich habe das gemacht, was ich kann. Habe ich mein bestes Tennis gespielt? Nein“, sagte Siegemund: „Ich bin einfach enttäuscht, dass ich verloren habe, trotz einer sehr guten Leistung.“
Vor der Partie auf dem Court Suzanne-Lenglen hatte Osaka für Aufsehen gesorgt. Die ehemalige Weltranglistenerste ging in einem schwarzen, bodenlangen Kleid auf den Court Suzanne-Lenglen, das sie für die Partie ablegte. Im Match trug die 28-Jährige dann ein Glitzer-Outfit und lieferte sich mit Siegemund ein enges Duell.
Auch auf Platz 14 ging es zwischen Struff und Bublik zur Sache. Struff brannte seine Aufschläge gegen die Nummer zehn der Welt mit 220 Stundenkilometern auf die Rote Asche, Bublik konterte, schwankte aber auch stark in seinem Niveau. Struff zeigte große Leidenschaft und packte beherzt zu, wenn sich Chancen boten.
Auch Altmaier, der einst schon den heutigen Weltranglistenersten Jannik Sinner in Paris bezwang, trat nicht wie ein Underdog auf, konnte seine Chance aber nicht ergreifen.
Am Mittwochabend (20.15 Uhr/Eurosport) geht es dann für Alexander Zverev weiter, er kämpft gegen den Tschechen Tomas Machac um den Drittrundeneinzug. Auch Tamara Korpatsch und Eva Lys sind gefordert.