Eine Debatte mit der Stuhlschiedsrichterin, Pfiffe des Publikums – und schließlich körperliche Probleme: Deutschlands Tennisstar Alexander Zverev ist beim ATP-Masters in Madrid allen Widerständen zum Trotz ins Achtelfinale eingezogen.
Der Weltranglistendritte hatte in der dritten Runde mit dem Franzosen Térence Atmane lange keine Schwierigkeiten, nach einem etwas komplizierteren zweiten Satz gewann der Hamburger das erste Aufeinandertreffen mit dem Linkshänder letztlich mit 6:3, 7:6 (7:2).
Zverev enthüllt Probleme, geht aber nicht ins Details
„Ich hatte im zweiten Satz ein paar körperliche Probleme. Ich werde nicht sagen, was es ist“, sagte Zverev nach der Partie: „Bis 6:3, 5:2 habe ich ein sehr gutes Match gespielt. Mal schauen, was es ist. Ich hoffe, dass ich morgen spielen kann.“
In der Runde der besten 16 träfe Zverev, der sich in Madrid auf den Sandplatz-Höhepunkt French Open (24. Mai bis 7. Juni) vorbereitet, erstmals im Turnierverlauf auf einen gesetzten Spieler; gegen den 20-jährigen Jakub Mensik (Tschechien/Nr. 23) hat Zverev noch nicht gespielt.
In Madrid steht Zverev bereits zum neunten Mal im Achtelfinale, 2018 und 2021 triumphierte er in der Caja Magica.
Gegen Atmane präsentierte sich Zverev in der Abendsession zunächst deutlich souveräner als beim Auftakt gegen den Argentinier Mariano Navone, den er erst nach drei Sätzen hatte besiegen können. Am Montag geriet Zverev lange nicht ernsthaft in Gefahr, er leistete sich wenige Fehler und spielte äußerst druckvoll.
Aufregerszene um Zverev
Beim Stand von 6:3, 4:2 und 15:0 kam es beim Aufschlagsspiel von Zverev dann zu einer Aufregerszene. Der Deutsche hatte einen Vorhandschlag von Atmane im Aus gesehen und hob noch während des Ballwechsels gestikulierend die Arme. Wenig später sicherte sich der Franzose mit einem Vorhandwinner den Punkt. Zverev hatte das Spielen im Ballwechsel quasi schon eingestellt.
Die deutsche Nummer eins zeigte auf einen Ballabdruck nahe der Grundlinie und begann mit Stuhlschiedsrichterin Marijana Veljovic zu diskutieren. Die Serbin verwies auf das Electronic-Line-Calling-System und sagte zu Zverev: „Du weißt, ich muss mich danach richten wie das System entscheidet.“
Pfiffe gegen Zverev
Doch der Hamburger diskutierte munter weiter, was das Publikum in Madrid mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierte. „Ihr müsst euch den Abdruck anschauen dürfen, wenn es so ein gravierender Fehler ist“, regte sich Zverev auf: „Es war nicht einmal knapp! Das ist doch ein Witz.“
Zverev entschied das Aufschlagsspiel trotzdem für sich, aber auch beim Seitenwechsel war der Ärger noch längst nicht verflogen. Immer wieder redete der Weltranglistendritte auf Veljovic ein. Zverev fühlte sich nach wie vor benachteiligt.
Anschließend verlor er offenbar gehandicapt nach 5:2-Führung und vergebenem erstem Matchball doch noch seinen Aufschlag und musste gegen Atmane in die „Verlängerung“. Nach 1:37 Stunden nutzte Zverev seinen dritten Matchball.
Vor Zverev hatte in diesem Jahr nur der Weltranglistenerste Jannik Sinner bei den bisherigen vier Masters-Turnieren jeweils das Achtelfinale erreicht. Der Italiener gewann auch die Titel in Indian Wells, Miami, Monte Carlo – und jeweils besiegte er auf dem Weg dahin Zverev im Halbfinale. In Madrid ist ein Aufeinandertreffen erst im Endspiel möglich.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)