Die French Open sind um eine völlig irre Partie und eine Kuriosität nach dem erfolgreichen Matchball reicher!

Der Tscheche Jakub Mensik schlug Mariano Navone aus Argentinien in der zweiten Runde nach über vier Stunden und 41 Minuten erst im Match-Tiebreak (6:3, 2:6, 6:4, 1:6, 7:6 (13:11)) – und sank dann sofort zusammen.

Die Partie entwickelte sich in der brütenden Hitze in Paris zu einer Hitzeschlacht, beide Spieler waren zu Ende des Matches sichtlich gezeichnet. Das Kuriosum: Mensik suchten im Match-Tiebreak plötzlich heftige Krämpfe im rechten Oberschenkel heim.

French Open: Matchball – und dann bricht Mensik zusammen

Eine medizinische Behandlungspause ist jedoch nur beim Verdacht auf eine Verletzung erlaubt, ein Krampf ist für ein „Medical Timeout“ zu wenig. Die Nummer 26 der Setzliste quälte sich folglich nur noch von Punkt zu Punkt, vergab insgesamt sechs Matchbälle.

Mensik ließ sich zwischen den Ballwechseln viel Zeit, fasste sich immer wieder an den Oberschenkel und humpelte umher. Mit einer wahren Kampfesleistung errang er dennoch das 13:11, entschied das Match nach einem waschechten Krampf-Krimi für sich – und brach dann auf dem Platz zusammen.

Augenscheinlich in Schmerzen wälzte und krümmte sich der 20-Jährige auf der roten Asche, schaffte selbst den Weg zum Netz – wie es zum Abklatschen mit dem Gegner üblich ist – nicht mehr. Gegner Navone musste auf die Platzhälfte des Tschechen gehen, um ihm zu gratulieren.

Jakub Mensik quälte sich mit Krämpfen durch den Fünfsatz-Krimi
Jakub Mensik quälte sich mit Krämpfen durch den Fünfsatz-Krimi Jakub Mensik quälte sich mit Krämpfen durch den Fünfsatz-Krimi © IMAGO/CTK Photo

Als Mensik aus eigener Kraft jedoch auch nach einiger Zeit noch nicht aufstehen konnte, eilte Stuhlschiedsrichter Alexandre Juge auf den Platz, um sich beim Tschechen nach dessen Wohlbefinden zu erkundigen.

French Open: Ärzteteam behandelt Sieger Mensik

Erst dann betrat auch ein Physiotherapeut für die medizinische Erstversorgung den Platz – an eine Siegesfeier und Ehrenrunde auf dem Court war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken.

Zehn Minuten lang kümmerte sich in der Folge ein Ärzteteam noch auf dem Platz um Mensik, brachte ihm Eis zum Herunterkühlen des Kreislaufes. Schon im dritten und vierten Satz hatte Mensik je eine medizinische Auszeit nehmen müssen, in letzterer war zudem bereits sein Blutdruck gemessen worden.

Nach dem Match bot man ihm gar einen Rollstuhl zum Verlassen des Platzes an – doch der Tscheche lehnte ab und verließ den Court 6 unter dem Jubel der Zuschauer ohne fremde Hilfe.

Auch in den sozialen Medien machten die Szenen die Runde. „Er hat Navone quasi ohne Beine besiegt“, schrieb ein Fan auf X, ein anderer kommentierte: „Brutale Bedingungen, aber was für einen epischen Kampf er geliefert hat.“

In der dritten Runde wird Mensik nun am Freitag auf den Australier Alex de Minaur treffen, der in Runde zwei ein Freilos hatte und damit deutlich weniger Kraftaufwand leisten musste.