Senkrechtstarter Johannes Liebmann hat zwei Tage nach seinem 800-m-Sieg bei der Schwimm-EM in Paris das Finale über 1500 m Freistil erreicht. Der 19-Jährige gewann seinen Vorlauf und zog in 14:50,83 Minuten als Zweitschnellster in die Medaillenentscheidung am Samstag (19.20 Uhr) ein.

Schneller als der aktuelle Weltjahresbeste war nur Freiwasser-Europameister Oliver Klemet im anderen Vorlauf (1:48,51).

Der Olympiazweite über zehn Kilometer, der über 800 m das Finale verpasst hatte, legte die beste Zeit vor. Vizeweltmeister Sven Schwarz, am Mittwoch hinter Liebmann Silbermedaillengewinner, verlor die deutsche Vorausscheidung und schied als Fünftbester aus – weil nur zwei Deutsche im Endlauf starten dürfen.

Liebmann: „Die Form ist gut“

„Ich bin im Finale, man hat eine Bahn, man hat eine Chance, wie man so schön sagt“, erklärte Liebmann, „die Form ist gut. Das Problem ist zu regenerieren, es ist jetzt mein dritter Start gewesen, zwei kommen noch, vielleicht drei. Sich immer wieder auf das höchste Energielevel zu schießen, ist schwierig. Aber ich hoffe, ich kriege es hin.“

Klemet, der in der Seine viermal gestartet war und über zehn Kilometer Bronze und mit der Staffel Gold gewonnen hatte, fühlte sich nach der Enttäuschung über 800 m „deutlich besser“. Die Belastung sei „immer noch sehr hoch, aber ich versuche, alles zu geben“. Alle drei sind neben Weltrekordler, Olympiasieger und Weltmeister Lukas Märtens auch über 400 m Freistil am Sonntag gemeldet.

Schwimmen: Imoudu hinterlässt starken Eindruck

Einen starken Eindruck hinterließ Melvin Imoudu, der in den Vorläufen über 50 m Brust die drittbeste Zeit verbuchte. In 26,84 Sekunden blieb der Potsdamer, der über die doppelte Distanz seinen Titel als Vierter verloren hatte, nur 27 Hundertstel über seinem deutschen Rekord.

In die Halbfinals am Abend zogen außerdem Jan Malte Graf als Zwölfter gemeinsam mit Imoudu, Lise Seidel als Zehnte über 100 m Rücken, Linda Roth als 13. über 200 m Lagen und Julianna Bocska als 16. über 50 m Freistil ein. Die gemischte 4×100-m-Freistilstaffel mit Josha Salchow, Julian Koch, Nicole Maier und Nina Holt schwamm dagegen als Neunte am Finale am Abend vorbei.