WM-Debütant Raphael Netz hat der deutschen Dressur-Equipe einen guten Auftakt in die Reit-Weltmeisterschaften in Aachen beschert. Der erst 27 Jahre alte Wiesbadener zeigte mit Camelot als erster deutscher Teamreiter im Springstadion der Soers eine hochkonzentrierte Leistung, der Auftritt des Duos wurde mit starken 73,338 Prozent belohnt.

Damit sorgte Netz, der in der Soers seine Championats-Premiere feiert, nach dem ersten von vier Ritten zunächst für die zwischenzeitliche deutsche Führung vor Dänemark mit Startreiterin Nadja Aaboe Sloth (71,956 Prozent). Nach der letzten Linie riss der junge Reiter euphorisch den Arm in die Höhe und schenkte seinem Pferd mitten auf dem Viereck eine emotionale Umarmung.

Netz „unheimlich geladen von Emotionen“

„Ich habe natürlich schon gemerkt, dass wir sehr herzlich willkommen geheißen wurden vom deutschen Publikum“, freute sich Netz: „Das hat uns auf den Sandplatz getragen, über den heiligen Rasen.“

Der finale Gruß an die Richter nach seinem Ritt war „dann natürlich ein Moment, wo ich persönlich unheimlich geladen von Emotionen war, auch von Erleichterung und Freude“, so der Reiter.

Wie bereits 2006, als die WM zuletzt in Aachen zu Gast war, starten die Dressurreiter in diesem Jahr wieder auf dem eigens für sie errichteten Viereck mitten auf dem berühmtem Grün im großen Springstadion, bis zu 40.000 Zuschauer finden dort Platz. Das Publikum, am Montagvormittag noch recht spärlich vertreten, bedachte Netz‘ Leistung mit lautem Applaus.

Bronze bei der letzten Reit-WM

Bei der letzten Ausgabe der WM 2022 in Herning blieb der deutschen Equipe nur Bronze hinter den siegreichen Gastgebern aus Dänemark und Großbritannien, erneut wird ein Dreikampf zwischen diesen Nationen erwartet. Nur die besten drei Ritte pro Team zählen für die Gesamtwertung.

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Der Mannschaftswettbewerb wird über insgesamt zwei Tage ausgetragen. Für Deutschland startet am späten Nachmittag (17.40 Uhr) noch der Pariser Team-Goldmedaillengewinner Frederic Wandres, am Folgetag gibt mit Katharina Hemmer eine weitere WM-Debütantin ihre Premiere.

Für den krönenden Abschluss will als letzte deutsche Starterin schließlich Rekord-Olympiasiegerin Isabell Werth sorgen, die Dressur-Ikone möchte sich gleich zum Auftakt der Weltmeisterschaften ihren zehnten WM-Titel sichern. Der Mittwochabend verspricht eine hochspannende Entscheidung.