Radsport-Superstar Tadej Pogacar steht nicht nur vor seinem fünften Gesamtsieg bei der Tour de France. Der Titelverteidiger war auf der 170,9 km langen Königsetappe nach Alpe d’Huez auch als Edelhelfer für seinen Teamkollegen Isaac Del Toro unterwegs.

Dank der großen Geste von Pogacar beim brutalen Kletter-Spektakel in den Alpen sicherte sich Del Toro Rang drei in der Gesamtwertung und das Weiße Trikot des besten Jungprofis.

Tadej Pogacar (l.) war als Edelhelfer für Isaac Del Toro (r.) unterwegs
Tadej Pogacar (l.) war als Edelhelfer für Isaac Del Toro (r.) unterwegsTadej Pogacar (l.) war als Edelhelfer für Isaac Del Toro (r.) unterwegs© IMAGO/Belga

„Gänsehaut, es war fantastisch. Dieser Moment wird in Erinnerung bleiben“, sagte Pogacar zur gemeinsamen Zieleinfahrt mit Del Toro. Der Slowene hob zudem das Talent seines Teamkollegen hervor: „Isaac hat sein großes Potenzial gezeigt, aber wir wollen ihn nicht zu sehr unter Druck setzen. Er ist noch jung und ein schneller Lerner. Ein großes Talent.“

Carapaz schnappt sich den Tagessieg

Pogacar und Del Toro erreichten das Ziel 1:05 Minuten hinter Tagessieger Richard Carapaz. Der ecuadorianische Radprofi (EF Education-EasyPost), der schon die 18. Etappe am Donnerstag gewonnen hatte, sicherte sich zum zweiten Mal nach 2024 das Bergtrikot.

Pogacar spannte sich rund 60 Kilometer als Edelhelfer vor Del Toro und war sich auch nicht zu schade, ihn förmlich nach Alpe d’Huez hochzuziehen und die Drecksarbeit zu machen.

Das Podest in Paris komplettiert Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel als Zweiter. Evenepoel, bei Red Bull-Bora-hansgrohe Co-Kapitän des nach einem Sturz ausgeschiedenen Florian Lipowitz, bescherte der deutschen Mannschaft die erhoffte Top-3-Platzierung. Evenepoel liegt in der Gesamtwertung 6:26 Minuten hinter Pogacar, dahinter folgt Del Toro (+9:42).

Tour de France: Schlussetappe verkürzt

Pogacar gab sich auch am Samstag keine Blöße und wird mit den Rekordgewinnern des wichtigsten Radrennens der Welt gleichziehen. Er nimmt die verkürzte Schlussetappe nach Paris am Sonntag mit einem komfortablen Vorsprung im Gelben Trikot in Angriff.

Die Bestmarke von fünf Gesamtsiegen teilen sich bisher die Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie Eddy Merckx (Belgien) und Miguel Indurain (Spanien). Die sieben Tour-Erfolge von Lance Armstrong sind wegen dessen Doping-Vergangenheit gestrichen worden.

Pogacar vor fünftem Gesamtsieg

Pogacar führte die kleine Gruppe der Top-Stars auch ins Finale nach Alpe d’Huez, das am Samstag erstmals in der Tour über den Col de Sarenne gefahren wurde. Nur die letzten Kilometer durch den Zielort waren identisch mit der Ankunft des Vortags, bei der Pogacar dominiert hatte.

Pogacar, der am Samstag seinen 70. Tag im Gelben Trikot verbrachte, behielt auch dieses Mal stets die Kontrolle. Frankreichs Hoffnungsträger Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) dagegen gingen die Kräfte aus. Der 19-Jährige ließ abreißen, Del Toro, Rang drei sowie das Weiße Trikot waren für den Debütanten verloren.

Glück im Unglück an der Spitze hatte Sepp Kuss. Den US-Amerikaner vom Team Visma-Lease a Bike rettete in einer Abfahrt ein Fangnetz vor einem möglicherweise folgenschweren Sturz. Durch das Malheur zog Carapaz vorbei. Dahinter wich Pogacar auch nach einer Evenepoel-Attacke nicht von Del Toro. Die Tour am Sonntag traditionell auf den Champs-Elysées in Paris. In Gefahr ist das Gelbe Trikot dann nicht mehr.


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)