Das Training mit Tadej Pogacar bringt seine Helfer regelmäßig an ihre Grenzen. Nils Politt und weitere UAE-Team-Emirates-XRG-Profis berichten, dass die Einheiten so hart seien, dass im Team regelmäßig „durchgewechselt“ werden müsse, um die Belastung auf mehrere Schulter zu verteilen.
„Wenn man ihm jeden Tag folgt, ist das ganz sicher eine Qual“, erklärte Teamkollege Pavel Sivakov lachend.
Wie extrem alleine schon das „normale“ Tempo von Pogacar ist, zeigte sich in den Alpen: Am Col de Sarenne hing Isaac Del Toro völlig entkräftet am Hinterrad, während Pogacar erstaunlich locker wirkte. Statt selbst Richtung Etappensieg zu gehen, blieb der Slowene bei seinem jungen mexikanischen Edelhelfer.
“Ich bin sehr emotional im Moment und dankbar für Tadej, weil er sich wirklich für mich eingesetzt hat. So etwas habe ich zuvor noch nie gesehen“, zeigte sich Del Toro nach der vorletzten Tour-Etappe gerührt.
Pogacar bringt seine Kollegen regelmäßig an ihre Grenzen
Bilder wie bei der Königsetappe der Tour seien auch im Training Alltag – ob im Hinterland von Benidorm, in der Sierra Nevada oder an der Côte d’Azur. Tim Wellens brachte es mit einem Grinsen auf den Punkt: „Ich bin lieber im Rennen als im Training mit Tadej.“
Politt hat für sich selbst eine Strategie entwickelt, wie er mit dem Slowenen trainieren kann. „Am besten bleibt man in seinem Windschatten und versucht in den ersten zwei Stunden nicht, sich zu profilieren, sonst ist es für einen vorbei. Mit Tadej zu trainieren, ist reine Qual“, beschrieb er. Er und Tim Wellins haben Pogacar im Rahmen eines Trainings „fünf Stunden im Windschatten“ begleitet.
Ex-Teamkollege Matteo Trentin hat ähnliche Erfahrungen gemacht. „Ich bleibe so lange wie möglich in seinem Windschatten, warte dann auf den Rückweg und wir fahren gemeinsam zurück. Ich bin total am Limit, er aber nicht“, beschrieb der Italiener.
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Pogacar geht es gerne mal ruhiger an
Eine Sache spielt den Kollegen allerdings in die Karten. So gilt Pogacar als großer Freund von „Coffee Rides“, eine Kombination ruhiger Ausdauerfahrten mit Pausen bei Bäckereien, in denen sich die Rad-Stars auch etwas gönnen können. „In solchen Fällen fahren wir gemütlich zusammen“, bemerkte der Österreicher Felix Grossschartner.
Die Auftritte von Del Toro und den weiteren Mitgliedern des UAE-Teams zeigen, dass die gesamte Mannschaft – selbst wenn nicht jede Trainingsfahrt angenehm ist – vom enormen Niveau ihres Kapitäns profitiert. Pogacar steht vor der Kür in Paris in der Gesamtwertung ganz vorn, Del Toro liegt als Dritter auf Podiumskurs und trägt das Weiße Trikot.