Deutliche Worte von Lance Armstrong! Der einstige Rekord-Champion der Tour de France hat in seinem Podcast The Move den Stunk zwischen den beiden Teamkollegen Florian Lipowitz und Remco Evenepoel bewertet – und Evenepoel verspottet.

„Er haut auf Florian Lipowitz drauf. Johan (Bruyneel, Armstrongs ehemaliger Teamchef und belgischer Landsmann Evenepoels, Anm. d. Red.) hat es mir per WhatsApp geschickt. Ich weiß nicht ganz, was ich davon halten soll“, begann der 54-Jährige und machte sich dann über Evenepoel lustig.

Radsport-Legende Lance Armstrong schießt gegen Remco Evenepoel
Radsport-Legende Lance Armstrong schießt gegen Remco EvenepoelRadsport-Legende Lance Armstrong schießt gegen Remco Evenepoel© IMAGO/BSR Agency

Armstrong über Evenepoel: „Heulsuse par excellence“

„Heulsuse par excellence („Whiner extraordinaire“)“, ätzte der US-Amerikaner , dessen sieben Tour-Siege ihm nach dem Einsturz seines Dopingsystems aberkannt worden waren. Einen Seitenhieb auf Evenepoels frühere Sportart gab es obendrein.

„Ehemaliger Fußballspieler, tja“, meinte Armstrong, der in seinen Podcast-Auftritten schon öfters verbale Spitzen gegen die aus seiner Sicht zu theatralische Fußballkultur gesetzt hatte.

Nach der Pyrenäen-Etappe am Donnerstag hatte Evenepoel seinen deutschen Co-Kapitän Lipowitz dafür kritisiert, auf seine Bitte um Unterstützung im Sprint nicht reagiert zu haben: „Ja, ich war wütend, und das zu Recht“, sagte Evenepoel im Ziel. Inzwischen haben die beiden sich ausgesprochen – der Wirbel um Evenepoels öffentlichen Ausbruch aber bleibt.

„Er war Tour-Dritter – soll so jemand Hilfsdienste leisten?“

Armstrongs Podcast-Partner Bradley Wiggins hakte an dieser Stelle ein und nahm Evenepoel in Schutz.

„Im Zielbereich ging uns auch immer vieles durch den Kopf gehen, wenn etwas nicht so läuft, wie man es sich im Vorfeld gewünscht hat“, sagte der Tour-Sieger von 2012: „Zu Remcos Verteidigung: Nach wenigen Minuten wird ihm in so einer emotionalen Situation ein Mikrofon unter die Nase gehalten und da können jedem von uns Dinge rausrutschen, die wir 24 Stunden später bereuen. Es ist Teil des Spiels. Jetzt sind die Schlagzeilen da“, ergänzte der 46 Jahre alte Brite.

Auch Armstrongs Datenexperte „Professor“ Spencer Martin schaltete sich ein und kritisierte Evenepoels Selbstverständnis: „Der Mann (Lipowitz, d. Red.) war letztes Jahr Tour-Dritter. Sollte so jemand Hilfsdienste leisten?“

Arsmtrongs früherer Edelhelder George Hincapie äußerte derweil die Vermutung, dass Evenepoels Ärger über Lipowitz wohl auch andere Hintergründe hatte: „Ich glaube, er war auch frustriert, dass der Rest des Feldes nicht beherzter auf die Jagd gegangen ist.“ Armstrong betonte hierzu abschließend: „Und da hat er auch Recht. Da denkt sich, glaube ich, jeder von uns: Schrei es heraus!“