Der Norweger Fredrik Dversnes hat der Sprintelite einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Prestige-Ankunft des Giro d’Italia in der Olympiastadt Mailand für sich entschieden. Der 29-Jährige vom Team Uno-X Mobility siegte im Spurt einer vierköpfigen Ausreißergruppe, die das Geschehen bei der 15. Etappe über 157 flache Kilometer mit Start in Voghera bestimmt hatte.

Das Quartett profitierte auch von der fehlenden Entschlossenheit der Sprinterteams in der Endphase, der erste Verfolger Paul Magnier auf Rang fünf erreichte mit 57 Sekunden Rückstand das Ziel – zumindest übernahm der Franzose vom Team Soudal Quick-Step aber wieder das Trikot des punktbesten Fahrers.

Zuvor hatte die Rennleitung nicht zuletzt auf Betreiben von Maglia-Rosa-Träger Jonas Vingegaard beschlossen, den Abschnitt ab der vorletzten Zieldurchfahrt in Mailand aus Sicherheitsgründen zu neutralisieren. Die Favoriten auf das Gesamtklassement zogen sich entsprechend auf den letzten Kilometern zurück.

Topfavorit Vingegaard (Dänemark/Visma-Lease a Bike), der am Samstag bei der schweren Bergetappe im Aosta-Tal das Rosa Trikot übernommen hatte, geht mit einem Vorsprung von 2:26 Minuten auf den Portugiesen Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) in den zweiten Ruhetag am Montag, nach dem bis zum Finale am kommenden Sonntag noch schwere Etappe in den Dolomiten anstehen.

Schon das nächste Teilstück über 202 km durch das Hinterland des Gardasees mit einem kleinen Schlussanstieg nach Andalo ist herausfordernd, bietet aber eher eine Gelegenheit für Ausreißer als für Bergfahrer.