Jan Ullrich hat offen wie selten über die Doping-Zeiten in der Radsport-Szene – und auch seine eigenen Vergehen – gesprochen. In der ARD-Talkshow „Inas Nacht“ sagte der 52-Jährige: „Es war eine Scheißzeit. Es hat mich gekillt.“
Ullrich, der selbst nur einen Tag vor dem Start der Tour de France 2006 kontrolliert und infolgedessen des Dopings überführt und vom Start ausgeschlossen wurde, offenbarte weitere Hintergründe.
„Doping war damals gang und gäbe. Es hat einfach dazugehört. Wir haben uns angepasst an das, was andere schon gemacht haben. Und uns dann eingeredet: Das ist ja kein Doping. Wenn es alle machen, kommt’s doch wieder auf Talent und Können an“, erklärte Ullrich.
Ullrich hätte „den ganzen Radsport auffliegen lassen können“
Inzwischen habe ein dreiwöchiges Höhentrainingslager den gleichen Effekt des damals gängigen EPO-Dopings. Weiter erklärte der 52-Jährige: „Ich hätte damals den ganzen Radsport auffliegen lassen können.“
Er habe aber die Kollegen nicht „reinreiten“ wollen, dafür hätte Ullrich den Sport zu sehr geliebt. Inzwischen seien die Offenbarungen aber mit einem positiven Effekt verbunden.
„Immerhin ist durch das, was wir damals verzapft haben, jetzt ein sauberer Sport entstanden“, so Ullrich: „Meine Hand lege ich auch nicht ins Feuer, aber ich will glauben, dass alles sauber ist.“
Auch bei der diesjährigen Tour de France hatte es Aufregung um Doping-Kontrollen gegeben.