Verantwortliche der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und des Internationalen Skiverbands (FIS) haben auf einen brisanten Bericht reagiert, wonach bei den Materialkontrollen der FIS auch die Penisse der Skispringer eine Rolle spielen könnten.
Die Bild hatte Anfang Januar berichtet, dass sich einige Skispringer vor der Vermessung ihres sogenannten Schrittmaßes das Glied hätten aufspritzen lassen.
Das Schrittmaß wird am untersten Punkt im Genitalbereich angesetzt und dient als Grundlage für die Anzuggröße. Bedeutet: Gelingt es, diesen Punkt nach unten zu verlagern, entsteht mehr Anzugfläche – was aerodynamische Vorteile bringen kann.
Olympia 2026: WADA-Reaktion auf kuriosen Bericht
Auf einer Pressekonferenz im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina wurde WADA-Generaldirektor Olivier Niggli mit den Vorwürfen konfrontiert. „Ich kenne mich mit den Details des Skispringens nicht aus und weiß nicht, wie dies die Leistung verbessern könnte“, zitierte die BBC den Verantwortlichen.
Und weiter: „Wenn etwas ans Licht kommen sollte, würden wir es uns ansehen und prüfen, ob es mit Doping zu tun hat. Wir befassen uns nicht mit anderen Formen zur Leistungssteigerung.“
Der polnische WADA-Präsident Witold Banka reagierte amüsiert auf die Frage und scherzte: „Skispringen ist in Polen sehr beliebt, daher verspreche ich Ihnen, dass ich mir das ansehen werde.“
FIS-Direktor weist Vorwürfe zurück
Bei dem angeblich verwendeten Mittel handelt es sich dem Bericht zufolge um Hyaluronsäure, die nicht verboten ist. FIS-Kommunikationsdirektor Bruno Sassi wies die Behauptungen gegenüber der BBC jedoch entschieden zurück: „Es gab nie Anzeichen, geschweige denn Beweise dafür, dass ein Wettkämpfer jemals Hyaluronsäure injiziert hat.“
Das sind die Deutschen Gold-Hoffnungen für die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina 2026:
Vor Beginn jeder Saison werden Skispringer mit 3D-Körperscannern vermessen. Dabei dürfen sie ausschließlich elastische, körpernahe Unterwäsche tragen. Die Regularien sehen vor, dass die Anzüge lediglich eine Toleranz von zwei bis vier Zentimetern aufweisen dürfen.
Zuletzt hatte es wegen zu großer Anzüge immer wieder Disqualifikationen gegeben, unter anderem erwischte es den Slowenen Timi Zajc bei der Vierschanzentournee. Die FIS hatte ihre Kontrollen im Zuge des WM-Skandals um norwegische Springer drastisch verschärft.