Mit der Vergabe der Medaillen beim Skiathlon der Männer über 20 Kilometer am Samstag bei den Olympischen Spielen 2026 hatte Stevenson Savart nichts zu tun. Der aus Haiti stammende Langlauf-Exot fuhr knapp elf Minuten nach dem Olympiasieger Johannes Hösflot Kläbo als 64. über die Ziellinie.
Bei den Zuschauern und dem Mann, der die haitianische Fahne bei der Eröffnungsfeier trug, herrschte angesichts des Ergebnisses aber keine Tristesse. Savart wurde im Tesero Cross-Country Skiing Stadium von den Zuschauern gebührend gefeiert. Bei seiner Zieldurchfahrt bedankte er sich mit einer tiefen Verbeugung.
Olympia: Sportgeschichte für Haiti
Der 25-Jährige schrieb in Val di Fiemme olympische Geschichte: Er war der erste Haitianer, der an einem olympischen Langlauf-Wettbewerb teilnahm.
Doch wie kam es überhaupt zu seiner für sein Heimatland unüblichen Berufung? Der auf der Karibikinsel Haiti geborene Savart wurde im Alter von drei Jahren von einer französischen Familie in den Vogesen adoptiert.
„Als ich nach Frankreich kam, fuhr mein großer Bruder Ski, und ich war noch nicht alt genug, um in den Skiclub zu gehen. Wenn wir ihn vom Training abholten, hatte ich immer Lust auf dieses Gefühl des Gleitens“, erinnerte sich Savart beim französischen Portal francebleu.fr.
Savart nach seiner Leistung „unglaublicher Stolz“
So wurde seine Liebe zum Skisport geboren. Durch hartes Training und seine Hingabe zur Loipe schaffte er den Sprung in den Langlauf-Weltcup, zu Weltmeisterschaften und schließlich sogar zu den Olympischen Spielen.
„Sein Land hier zu repräsentieren, ist unglaublich“, sagte Savart nach den Langlauf-Weltmeisterschaften 2023 bei Eurosport. Dieser Stolz dürfte seit Sonntag ein neues Level erreicht haben.