Nach den zwei Zusammenbrüchen von Biathlon-Star Ingrid Landmark Tandrevold zieht das norwegische Team jetzt Konsequenzen.
Nationalmannschaftsarzt Lars Kolsrud hat die Entscheidung, die 25-Jährige nach dem Drama in der Verfolgung mit sofortiger Wirkung aus dem Team zu nehmen, als alternativlos bezeichnet. (News: Alle aktuellen Infos zu Olympia 2022)
„Es wurde entschieden, dass ich nicht mehr bei den Olympischen Spielen antreten darf“, sagte Tandrevold mit Tränen in den Augen bei einer Pressekonferenz am Montag.
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Die Norwegerin fuhr fort: „Ich bin natürlich sehr traurig. Mein Herz ist gebrochen.“ (SERVICE: Der Medaillenspiegel)
Tandrevold bricht bei PK in Tränen aus
Bei der Frage, wer die Entscheidung getroffen hat, brach Tandrevold in Tränen aus und Kolsrud schaltete sich ein: „Es ist meine Entscheidung. Wir gehen kein Risiko mit Ingrid ein, die eine Vorgeschichte mit Herzproblemen hat.“
„Wir wollen sie nicht hier in China untersuchen, wir wollen sie sofort nach Norwegen zurückbringen“, fuhr er fort: „Was genau die Ursache ist, müssen wir jetzt untersuchen. Wir werden warten, bevor wir eine Diagnose stellen.“
Ihre beste Freundin Tiril Eckhoff, die in der Verfolgung Bronze holte, sagte über das Aus von Tandrevold: „Es fühlt sich wirklich nicht gut an. Es tut weh, wenn man daran denkt.“
Durch den Ausfall ist auch das norwegische Team in der Staffel am Mittwoch geschwächt. Zudem fehlt Tandrevold im abschließenden Massenstart. (DATEN: Der Zeitplan von Olympia 2022)
Tandrevold: „Neuen Tiefpunkt erreicht“
Vor der Entscheidung hatte Tandrevold auf Instagram ein niedergeschlagenes Bild aus dem Dezember 2021 von sich gepostet.
Dazu schrieb sie: „Ich dachte damals, ich halte den Moment fest und zeige es, wenn es sich gedreht hat, um die Höhen und Tiefen zu schätzen – aber heute habe ich einen neuen Tiefpunkt erreicht.“
Tandrevold hat eine schwere Saison hinter sich – bereits im Januar 2021 beim Weltcup in Oberhof musste sie nach Herzflimmern den Sprint-Wettkampf auf der Schlussrunde aufgeben.
Auch bei den Olympischen Spielen in Peking hatte sie auf der letzten Loipenrunde bereits mehr als einmal körperliche Probleme.
Tandrevold auf Weg zur Olympia-Medaille
Jüngst war die 25-Jährige im Verfolgungswettbewerb auf dem besten Weg zu ihrer ersten Olympia-Medaille. Nach dem letzten Schießen lag die 25-Jährige noch auf dem dritten Platz.
Doch auf der Schlussrunde kam Tandrevold, als Fünfte ins Rennen gestartet, auf dem letzten Kilometer kaum noch vom Fleck und musste mit Kreislaufproblemen abreißen lassen. (DATEN: Alle Ergebnisse bei Olympia 2022)
„Spitzensport fühlt sich nicht immer fair an, finde ich. Vielen Dank für all die Nachrichten, die ich erhalten habe. Ihr seid die Besten. Ich werde weiter kämpfen“, schrieb sie danach auf Social Media.
Die Olympischen Winterspiele 2022 finden vom 4. bis 20. Februar im chinesischen Peking statt. SPORT1 stellt die Sportstätten vor.
Biathlon: Eckhoff hilft Freundin Tandrevold
Trotz ihres schlechten Zustands mühte sich die Norwegerin noch zur Ziellinie und überquerte diese in extrem langsamen Tempo schließlich als 14. – doch das war in diesem Moment nur zweitrangig.
Im Zielbereich eilten der zu Boden gegangenen Athletin unter anderem ihre Teamkollegin Eckhoff sowie Betreuer zur Hilfe. Im Anschluss musste Tandrevold sogar aus dem Zielbereich getragen werden.
„Es war ein zähes Rennen. Das hat man auch bei Tandrevold gesehen“, sagte die deutsche Biathletin Franziska Preuß im Nachgang.