Für die deutschen Athletenvertreter habe das Internationale Olympische Komitee seine „Fürsorgepflicht“ im Fall der 15-jährigen Russin Kamila Walijewa beim Eiskunstlauf-Wettbewerb der Olympischen Winterspiele vernachlässigt. (News: Alle aktuellen Infos zu Olympia 2022)

Das IOC und der Eislauf-Weltverband ISU „hätten im Vorfeld alles unternehmen müssen, um den Schutz der Athletin zu gewährleisten“, teilte Maximilian Klein vom Verein Athleten Deutschland auf SID-Anfrage mit.

„Es hätte zumindest geprüft werden müssen, ob sie überhaupt in der Verfassung für eine Teilnahme am Wettbewerb war“, sagte Klein: „Stattdessen haben die Verantwortlichen nichts unternommen und dabei in Kauf genommen, die Athletin sehenden Auges in diese Situation schlittern zu lassen.“ (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

IOC-Präsident zeigt sich verstört

IOC-Präsident Thomas Bach hatte sich bei einer Pressekonferenz am Vormittag nach der Eiskunstlauf-Kür, in der Walijewa unter dem Druck der Dopingaffäre mehrfach gestürzt und auf Platz vier zurückgefallen war, „verstört“ von den Bildern gezeigt und das Team der Europameisterin angegriffen. „Als ich gesehen habe, wie sie von ihrer Entourage empfangen wurde, schien das dermaßen kalt zu sein. Das war erschreckend zu sehen“, sagte Bach.

„Es ist geradezu entlarvend, dass dem IOC-Präsidenten die immense Belastung der Athletin wohl erst beim Zuschauen aufgefallen ist“, sagte Klein, „gerade weil ihr Umfeld für seinen verstörenden Umgang mit Athletinnen bekannt ist.“ Das internationale Sportsystem dürfe „nicht länger Anreize für alle Beteiligten bieten, Athletinnen und Athleten für sportlichen Erfolg auszubeuten und dabei deren Menschen- und Kinderrechte zu verletzen“, sagte Klein. (DATEN: Alle Ergebnisse bei Olympia 2022)

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