Voigt geht bemerkenswerten Sonderweg

Voigt geht bemerkenswerten Sonderweg

Biathletin Vanessa Voigt stellt vor der neuen Saison einiges um. Der Deutsche Skiverband meldet, dass sich die 28-Jährige bewusst für ihren eigenen Weg entscheidet.

Wenige Wochen vor dem Saisonstart der neuen Biathlon-Saison hat Vanessa Voigt einen bemerkenswerten Weg eingeschlagen: Die 28-Jährige wird sich bis zum Weltcup-Auftakt in Kontiolahti individuell und eigenverantwortlich vorbereiten und nicht mehr an den zentralen Lehrgängen der deutschen Nationalmannschaft teilnehmen. Das teilte der Deutsche Skiverband (DSV) mit.

Die Entscheidung sei nach „offenen und konstruktiven Gesprächen“ gemeinsam getroffen worden. Voigt bleibe weiterhin im engen Austausch mit dem Verband und könne dessen Infrastruktur nutzen.

„Für mich ist es im Moment der richtige Weg, die kommenden Wochen stärker individuell zu gestalten und mich dabei auf meine eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren“, erklärte die Thüringerin.

Harte Zeiten für Voigt

Hinter Voigt liegen teils schwierige Jahre. Bereits im Sommer 2024 hatte sie wegen mentaler Probleme eine Trainingspause eingelegt, die Saison 24/25 beendete sie nach körperlichen Problemen vorzeitig.

„In den ersten Wochen war alles grau, da gingen mir viele Gedanken durch den Kopf“, sagte Voigt später und deutete Gedanken an ein mögliches Karriereende an. Sie habe gemerkt, dass auch ein Leben ohne den täglichen Leistungsdruck seine Reize habe.

Im vergangenen Winter gelang ihr jedoch die Rückkehr in die Weltspitze. Nun setzt Voigt auf einen individuelleren Ansatz, um bestmöglich vorbereitet in die neue Saison zu starten. „Jetzt möchte ich die Zeit bis zum Saisonstart nutzen, um mich bestmöglich auf Kontiolahti vorzubereiten“, erklärte sie.

DEINE MEINUNG

Ein Neustart in Kontiolahti

An ihrem sportlichen Status ändert sich durch die individuelle Vorbereitung nichts: Aufgrund ihrer Leistungen in der vergangenen Saison ist Voigt für die ersten Weltcup-Rennen in Kontiolahti bereits qualifiziert. Die 28-Jährige beendete die Saison auf Rang 14 des Gesamtweltcups.

Bei den Olympischen Spielen in Antholz gewann sie mit der deutschen Mixed-Staffel Bronze, im Einzel verpasste sie als Vierte eine weitere Medaille nur knapp. Zum Saisonende zeigte ihre Formkurve noch einmal nach oben, unter anderem mit Rang sechs in der Verfolgung beim Weltcup-Finale in Oslo.