Tennis-Zoff geht in die nächste Runde
Hsieh Su-wei und Chan Hao-ching verschärfen ihre Fehde nach dem US-Open-Doppel mit Posts in sozialen Netzwerken. Auch Jelena Ostapenko ist wieder einmal beteiligt.
Die taiwanesischen Tennisspielerinnen Hsieh Su-wei und Chan Hao-ching haben ihre langjährige Fehde bei den US Open offen ausgetragen. Im Achtelfinalmatch im Doppel setzte sich Hsieh gemeinsam mit der Lettin Jelena Ostapenko gegen Chan und Maya Joint in zwei Sätzen durch. Danach verweigerte Chan ihrer Landsfrau am Netz den Handschlag.
Auch Hsieh gestikulierte beim Jubel in Richtung des gegnerischen Teams. Beim anschließenden Handschlag begrüßte Ostapenko beide Gegnerinnen am Netz. Chan reichte Hsieh jedoch offenbar nicht die Hand. Ostapenko reagierte sichtbar irritiert, blickte fassungslos umher und verließ anschließend den Court.
„Habe dreimal hintereinander am Netz gewartet“
„Bei den jüngsten Matches gegen taiwanische Spielerinnen provozieren uns entweder die Spielerinnen, oder ihr Team und ihre Fans verstehen nicht einmal die grundlegende Tennis-Etikette“, schrieb Hsieh daraufhin auf Facebook. Mit Blick auf Ostapenkos Reaktion ergänzte sie: „Als ich sah, wie wütend meine Partnerin war, musste ich einfach mitbrüllen – eine gute Gelegenheit, mein Löwengebrüll zu üben.“
Chan begründete ihre Entscheidung in einer Instagram-Story. „Beginnend mit dem Mixed-Doppel bei den French Open in einem bestimmten Jahr habe ich dreimal hintereinander nach dem Match am Netz gewartet, nur um beim Handschlag versetzt zu werden. Deshalb habe ich dieses Mal nicht gewartet“, schrieb sie. Es sei „kein Mangel an Sportsgeist“, sondern unnötig, auf jemanden zu warten, „der die Tennis-Etikette nicht respektiert“.
Schon während der Partie hatte die Spannung zugenommen. Ostapenko forderte zwischenzeitlich den Turnierleiter und beschwerte sich offenbar über mögliches Coaching von der Tribüne. Zudem behauptete Chan in ihrem Post, Hsieh habe beim China Open fremde Personen engagiert, um sie und ihr Team anzuschreien. Belege für diesen Vorwurf lieferte sie jedoch nicht.
US Open: Ostapenko auch mit Townsend aneinandergeraten
Der Konflikt zwischen Hsieh und Chan, die beide aus Taiwan stammen, ist seit Langem bekannt. Doch auch für Ostapenko war es nicht der erste unrühmliche Auftritt in New York.. Im Einzelwettbewerb hatte sie nach ihrer Niederlage gegen Taylor Townsend am Netz mit der US-Amerikanerin diskutiert. Auslöser war aus Ostapenkos Sicht, dass Townsend sich nicht für einen Netzroller entschuldigt hatte, der im Feld geblieben war.
Townsend schilderte den Wortwechsel anschließend bei ESPN: „Sie sagte mir, ich hätte keine Klasse, keine Bildung und ich solle sehen, was passiert, wenn wir außerhalb der USA sind.“ Ostapenko schied diesmal im Einzel in der ersten Runde aus und sprach im Anschluss nicht mit den Medien.
Im Doppel könnte es zu einem erneuten Duell mit Townsend kommen, sofern beide Teams ihre Viertelfinals gewinnen.
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