Kein „Weltniveau“: Dauser kritisiert nächste Turner-Generation
Kurz vor der WM in Rotterdam rät der Silbermedaillengewinner von Tokio zu mehr Integration der Expertise von ehemaligen Athleten.
Der frühere Barren-Weltmeister Lukas Dauser hat kurz vor der Turn-WM in Rotterdam Kritik an der Entwicklung seiner Nachfolger-Generation geübt und dem Deutschen Turner-Bund (DTB) seine Unterstützung angeboten. Es „fehlen echte Spitzenleistungen auf Weltniveau“, sagte der Silbermedaillengewinner von Tokio im Interview mit Münchner Merkur/tz: „Ich lege da gerne den Finger in die Wunde und bin bereit, Rat zu geben, wenn das erwünscht ist.“
Dauser kritisiert Turner-Nachwuchs scharf
Nach den Rücktritten von vielen erfahrenen Athleten jetzt schon von einem geschafften Umbruch zu sprechen, sei „auch nicht richtig“, sagte Dauser, kritisierte aber neben einem „in den letzten Jahren nicht adäquat angepassten System“ auch die Athleten der nächsten Generation: „Ich war einer, der verstanden hat, was für eine unglaubliche Chance ich im Sport bekomme und habe das Bestmögliche rausgeholt. Das fehlt mir aktuell. Unsere Turner schöpfen ihr Potenzial nicht aus.“
Dauser, der 2024 seine Karriere beendet hatte, würde seine Erfahrung gerne weitergeben. „Wenn man Leute, die gerade frisch raus sind, nicht einbindet, verliert man Expertise. Wir könnten Einiges bewegen“, erklärte der 33-Jährige. Er selbst habe seit 2016 mit Olympiasieger Fabian Hambüchen zusammen gearbeitet.
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Hinsichtlich der am Samstag beginnenden Titelkämpfe in Rotterdam hat Dauser „gemischte“ Gefühle. „Wenn es eines der beiden Teams ins Finale der besten Acht schafft“, könne man von Erfolg sprechen. Die besten Chancen schreibt er Helen Kevric zu. Sie sei „eine der besten Turnerinnen, die wir je hatten und hat Nerven wie Drahtseile. Eine Medaille am Stufenbarren ist nicht ausgeschlossen.“