„Ich habe keine Angst zu leben“
Vor fünf Monaten brach sich Jonathan Klinsmann im Ligaspiel einen Halswirbel. Jetzt geht der Keeper erste Schritte und kündigt sogar ein mögliches Comeback an.
Nach seiner Horror-Verletzung hat Jonathan Klinsmann, Sohn des 1990er-Weltmeister Jürgen, erstmals ein mögliches Comeback in Aussicht gestellt und emotionale Einblicke in seine vergangenen Monate gegeben.
„Am Ende der Saison sollte ich wieder mit der Mannschaft trainieren“, sagte der 29-Jährige in einem Interview mit der italienischen Gazzetta dello Sport. Sogar eine Rückkehr aufs Feld stellte er in Aussicht: „Ich sehe mich im nächsten Jahr wieder auf dem Platz stehen“, erklärte der Keeper des italienischen Zweitligisten FC Cesena.
„Habe riskiert, nie wieder laufen zu können“
Bei der Partie gegen US Palermo (0:2) am 18. April war Klinsmann mit einem Gegenspieler zusammengerasselt. Er erlitt einen Bruch des ersten Halswirbels, spielte aber weiter. Cesenas Verteidiger passten sich den Ball anschließend nur noch hin- und her, sodass Klinsmann nicht mehr eingreifen musste.
Hätte der Keeper auch nur einen weiteren Pass gespielt oder wäre noch einmal gesprungen, hätte die Verletzung in einer Lähmung enden können. „Ich habe riskiert, nie wieder spielen und nie wieder laufen zu können“, sagte Klinsmann jetzt. Wie gefährlich seine Verletzung tatsächlich war, habe der ehemalige Hertha-Torwart erst später erfahren.
„Der schwerste Moment war im Krankenhaus, zusammen mit meinem Vater und meiner Freundin, als ihnen klar wurde, wie ernst die Lage war. Es war schwer, sie so zu sehen“, erinnerte sich Klinsmann. Die Operation verlief anschließend erfolgreich – doch eine gewisse Gefahr besteht für den Sohn des ehemaligen Bundestrainers weiterhin.
Nach Horror-Verletzung: Klinsmann geht erste Schritte
„Mir ist bewusst, dass ich mehr Risiken eingehe und dass zum Beispiel ein Autounfall ein echtes Problem darstellen könnte“, erklärte Klinsmann. Trotzdem habe er „keine Angst, zu leben“. Noch immer hat der Keeper vier Schrauben im Hals, die sein Genick stabilisieren und bei einer weiteren Operation am Ende des Jahres entfernt werden müssen. Danach soll es dann so richtig mit der Vorbereitung aufs Comeback losgehen.
Joggen gehen darf Klinsmann aktuell noch nicht – doch erste Krafteinheiten im Fitnessstudio habe er schon wieder absolviert, verriet er der Gazzetta dello Sport. „Jetzt tut mir alles weh“, witzelte der 29-Jährige, schließlich habe er drei Monate lang gar keinen Sport machen dürfen. Seit 2024 steht Klinsmann bei Cesena unter Vertrag, zuvor hatte er unter anderem für die Jugend von Hertha BSC sowie für Los Angeles Galaxy in der MLS gespielt.