Die Türkei erlebt einen „Albtraum“

Dieses Urteil über das türkische Team hat's in sich
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Dieses Urteil über das türkische Team hat's in sich

Das Jahr 2026 fing für die Türkei sensationell mit der ersten WM-Qualifikation seit 24 Jahren an. Doch seit dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko entwickelt sich das Jahr zu einem Albtraum für die stolze Fußballnation.

Sang- und klanglos bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden und in den vergangenen zwölf Tagen vier heftige Niederlagen kassiert: Das Jahr war für die Türkei eigentlich sensationell mit der WM-Qualifikation gestartet, doch anschließend legte man einen sportlichen Frontalaufprall hin.

Das jüngste 1:3 gegen Italien in der Nations League bescherte die vierte Pleite in Folge – das unterlief der türkischen Nationalmannschaft seit 38 Jahren nicht mehr. Dementsprechend ist die Stimmung am Tiefpunkt angelangt.

Arda Güler und die türkische Nationalmannschaft erleben einen Albtraum
Arda Güler und die türkische Nationalmannschaft erleben einen AlbtraumArda Güler und die türkische Nationalmannschaft erleben einen Albtraum© IMAGO/Anadolu Agency

Fans fordern Rücktritt von Montella

Der noch im Frühjahr so gefeierte Nationaltrainer Vincenzo Montella muss aktuell die Krisenkommunikation übernehmen und sich damit auseinandersetzen, dass sein Abschied gefordert wird. So skandierten am Montagabend in Bologna übereinstimmenden türkischen Medien zufolge die mitgereisten Fans: „Montella, tritt zurück.“ Die Verantwortlichen des Verbandes geraten immer mehr unter Handlungsdruck.

Für die türkische Zeitung Hürriyet steht fest: Montella muss weg. “Die Tage der Qualen sind vorbei – damit auch die für Montella vorgesehene Zeit”, schrieb das Medium und richtete sich sogar persönlich an den Coach: “Herr Montella, könnten Sie bitte Folgendes beantworten: Es gibt einen 29 Jahre alten La-Liga-Stürmer, Enes Ünal von Getafe. Er spielte in allen neun Pflichtspielen dieser Saison. Wie kann man Enes nicht in den Kader aufnehmen? Das ist der Witz!” 

Hürriyet titelte nach der erneuten Pleite: „Das Jahr 2026 begann großartig, wurde dann aber zum Albtraum!“ Man habe in den WM-Playoffs noch Rumänien und den Kosovo besiegt, doch „danach gab es für uns nichts mehr zu lachen“, hieß es weiter.

Türkei fährt nur einen Sieg ein

Bei der Weltmeisterschaft verlor die Türkei direkt ihre ersten beiden Gruppenspiele gegen Australien (0:2) und Paraguay (0:1), wodurch das vorzeitige Aus besiegelt war. Da rückte der Sieg zum Abschluss gegen die US-amerikanischen Gastgeber (3:2) in den Hintergrund.

In der XXL-Länderspielphase folgten dann die Nations-League-Partien gegen Frankreich (0:1), Belgien (0:1) und Italien (1:4, 1:3), in denen die Türkei nur phasenweise ein ebenbürtiger Gegner war. Aus diesem Grund urteilte der Hürriyet nochmal: „Die Zeit wurde zu einem regelrechten Albtraum.“

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Montella beklagt zu hohe Erwartungen

Dieser geht auch nicht an Trainer und Mannschaft spurlos vorbei. Allerdings äußerte Montella nach dem Italien-Spiel auch indirekte Kritik an den türkischen Fans. „Der Erfolg mit der Weltmeisterschaft hat vielleicht unser Gleichgewicht gestört. Die Erwartungen in unserem Land sind gestiegen“, sagte der 52-Jährige auf der Pressekonferenz.

Er fügte hinzu: „Je höher die Erwartungen wurden, desto mehr wollten wir alle. Auch wir… Wir sind uns der Zuneigung bewusst, die den Spielern und uns entgegengebracht wird. Wo immer wir hingehen, folgt uns eine ganze Armee.“

Nations League: Holt die Türkei noch einen Punkt?

Ex-BVB-Profi Salih Özcan gestand nach der Pleite, dass alle Beteiligten „sehr enttäuscht“ seien, denn zu Beginn habe man viel Hoffnung gehabt, doch „leider ist es auf diesem Niveau so, dass schon ein halber Fehler bestraft wird“. Er findet, dass die Mannschaft zu viele Fehler gemacht habe, aber daraus nun lernen müsse. „Hoffentlich zeigen wir in den kommenden Spielen ein anderes Gesicht“, betonte der 28-Jährige.

Im November steht der letzte Nations-League-Block für die türkische Nationalmannschaft an. Dann trifft das Team noch einmal auf Belgien und Frankreich. Das Minimalziel: Nicht ohne Punkt die Nations League zu beenden. Ob Montella als Trainer dann noch an der Seitenlinie steht, ist fraglich.

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