Was der Fall Karl über Jürgen Klopp und den FC Bayern verrät

"Der FC Bayern hat mich angerufen"
0:32

"Der FC Bayern hat mich angerufen"

Der Umgang mit Lennart Karl erzählt viel über das Verhältnis zwischen Jürgen Klopp und dem FC Bayern. Das Ziel ist eindeutig.

Lennart Karl war ursprünglich für den ersten DFB-Kader mit den Spielen gegen die Niederlande und Serbien vorgesehen. Doch daraus wurde nichts. „Lennart Karl war eingeplant für die erste Woche. Dann hat die medizinische Abteilung von Bayern München mich angerufen und gesagt, sie würden ihn lieber noch ein bisschen länger im Individualtraining haben“, offenbarte Bundestrainer Jürgen Klopp jüngst in Thessaloniki.

Karl blieb an der Säbener Straße, arbeitete dort nach seiner Verletzung weiter an seinem Comeback – und rückte erst später zur Nationalmannschaft nach.

Lennart Karl rückte erst später zum DFB-Team dazu
Lennart Karl rückte erst später zum DFB-Team dazuLennart Karl rückte erst später zum DFB-Team dazu© IMAGO/Kirchner-Media

Besonderer Kontakt zwischen Klopp und dem FC Bayern

Bemerkenswert daran ist weniger die Entscheidung selbst als der unkomplizierte Weg dorthin. Der Kontakt zwischen Klopp und dem FC Bayern ist eng und offenbar von großem Vertrauen geprägt. Dass der Bundestrainer schon kurz nach seinem Amtsantritt persönlich an der Säbener Straße vorbeischaute, war mehr als ein Höflichkeitsbesuch.

Klopp macht bislang deutlich, dass er die Interessen der Vereine mitdenkt. Er hat selbst darauf verwiesen, dass er die andere Seite bestens kennt: Viele Jahre lang war er selbst Vereinstrainer und wusste, wie wenig begeistert Klub-Verantwortliche manchmal darüber sind, ihre Spieler angeschlagen zur Nationalmannschaft ziehen zu lassen.

Auch Klopp wird in Zukunft nicht jeden Wunsch erfüllen können. Unter Julian Nagelsmann musste gerade das Verhältnis zum FC Bayern immer wieder neu austariert werden, weil der damalige Bundestrainer verständlicherweise nicht bei jeder Entscheidung Rücksicht auf Münchner Interessen nehmen konnte und wollte.

DEINE MEINUNG

Vorteilhafte Verzahnung der medizinischen Abteilung

Hilfreich ist dabei seit jeher auch die enge medizinische Verbindung zwischen DFB und FCB. Aktuell arbeitet Dr. Jochen Hahne als Teamarzt für beide Seiten. Sein Mentor ist der langjährige Bayern-Doc Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.

Der Karl-Fall zeigt deshalb vor allem eines: Wenn Verein und Verband miteinander statt übereinander reden, können am Ende alle profitieren. Der Spieler sowieso.

Abonniere den Fußball-Newsletter und bleibe immer am Ball! Alle Tore und News direkt in dein Postfach