BVB-Boss Cramer lobt FC Bayern nach Megadeal im Doppelpass

Tosender Applaus nach knallhartem BVB-Urteil
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Tosender Applaus nach knallhartem BVB-Urteil

Borussia Dortmund kämpft gegen einen Gegner, dessen Vorsprung weit über den Fußballplatz hinausreicht. BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer erkennt die Übermacht der Bayern an - und erklärt, warum die Dortmunder trotzdem an ihrem Weg festhalten.

Auf dem Platz lieferten sich Borussia Dortmund und der FC Bayern am Samstag ein Duell auf Augenhöhe. Finanziell sind die Münchner dem BVB dagegen weit voraus. Wie groß dieser Abstand tatsächlich ist und wie Dortmund ihn verkleinern will, erklärte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer am Sonntag im SPORT1 Doppelpass.

Cramer fand dabei anerkennende Worte für den größten Konkurrenten, besonders im Hinblick auf den Einstieg von Unternehmer Max Viessmann beim FC Bayern. „Man muss es anerkennen und den Bayern ein großes Kompliment machen“, sagte der 57-Jährige.

BVB-Boss Carsten Cramer spricht im SPORT1 Doppelpass über das ungleiche Kräfteverhältnis zwischen seinem Verein und dem FC Bayern
BVB-Boss Carsten Cramer spricht im SPORT1 Doppelpass über das ungleiche Kräfteverhältnis zwischen seinem Verein und dem FC BayernBVB-Boss Carsten Cramer spricht im SPORT1 Doppelpass über das ungleiche Kräfteverhältnis zwischen seinem Verein und dem FC Bayern© IMAGO/STEINSIEK.CH

Der BVB-Boss sah darin sogar ein positives Signal für den deutschen Fußball. „Dass ein Unternehmer wie Max Viessmann sich so auf den Fußball einlässt, spricht dafür, dass der Fußball in Deutschland sehr gut funktioniert.“

Cramer: Bayern-Vorsprung ist „hart erarbeitet“

Dass die finanziellen Kräfteverhältnisse zwischen München und Dortmund ungleich verteilt sind, wollte Cramer keineswegs bestreiten. „Klar, der Vorsprung der Bayern ist groß. Den haben sie sich hart erarbeitet und es ist denen nicht zugeflogen oder geschenkt worden. Es ist der Verdienst mehrerer Generationen“, erkannte Cramer an.

Genau diese Unterschiede müssten allerdings berücksichtigt werden, wenn über die sportlichen Ambitionen des BVB diskutiert wird. „Die Wahrscheinlichkeit sportlichen Erfolgs hat auch mit finanziellen Möglichkeiten zu tun“, erklärte Cramer. Das dürfe zwar nicht dazu führen, dass Dortmund „permanent Ausreden“ suche. Dennoch sei es wichtig, die Voraussetzungen richtig einzuordnen.

DEINE MEINUNG

Dass Borussia Dortmund nicht regelmäßig Titel gewinnt, sieht er deshalb nicht als Maßstab für die Identität des Vereins. „Wenn man das immer nur an Titeln festmachen würde, würde es gar keinen Grund geben, Fan von Borussia Dortmund zu sein“, sagte Cramer. „Da gibt es aber ein paar Gründe mehr.“

BVB-Boss spricht über mögliche Sommer-Abgänge

Statt die wirtschaftliche Stärke der Bayern zum Vorbild zu erklären, verwies er auf ein Geschäftsmodell, das für Dortmund seit Jahren prägend ist: junge Spieler entwickeln, sportlich besser machen – und mitunter für hohe Ablösesummen wieder abgeben.

„Wir werden immer der Verein sein, der Spieler entwickelt“, stellte Cramer klar. Dazu gehöre auch die unbequeme Erkenntnis, dass nicht jeder Profi seine Karriere in Dortmund beenden werde: „Das ist ‚Part of the deal‘ für mich.“ Das Ziel sei dennoch, Leistungsträger möglichst lange zu halten und eng an den Verein zu binden.

Mit Blick auf den kommenden Sommer zeigte sich Cramer optimistisch: „Ich bin zuversichtlich, im Sommer den Kader zusammenzuhalten.“ Er betonte, dass Dortmund keineswegs auf regelmäßige Spielerverkäufe angewiesen sein wolle. „Wir sind wirtschaftlich kerngesund und wollen uns sportlich weiterentwickeln. Wir arbeiten daran, diese Transfers nicht zwangsläufig machen zu müssen, werden sie aber auch nicht verhindern können.“

Aussagen, die SPORT1-Experte Alfred Draxler nicht unkommentiert ließ. „Das war eine schöne Sonntagsrede“, entgegnete Draxler. „Auf lange Sicht habt ihr aber keine Chance und das wisst ihr auch.“