Die Diskussion um die Zukunft von Max Verstappen nimmt Fahrt auf. Nachdem monatelang vor allem über Mercedes diskutiert wurde, taucht plötzlich ein neuer Kandidat auf: McLaren. Und damit ausgerechnet das Team in den Farben der niederländischen „Oranje“.
Wie jetzt auch Sky Sports UK berichtet, sollen bereits Gespräche zwischen dem Lager des Niederländers und dem Team aus Woking stattgefunden haben.
Nach Informationen von Sky ist die Initiative von Verstappens Management ausgegangen. Zur Erinnerung: SPORT1 berichtete bereits im Vorjahr über das Interesse von McLaren-CEO Zak Brown an Verstappen. Offenbar hat das Management des Niederländers nun die nächste Stufe gezündet.
Verstappens Zukunft ungewiss
Zwar gehören solche Sondierungen in der sogenannten „Silly Season“ zum Formel-1-Alltag. Dennoch zeigt die Kontaktaufnahme vor allem eines: Die Zukunft des Weltmeisters bei Red Bull ist längst nicht mehr in Stein gemeißelt.
Offiziell besitzt Verstappen zwar noch einen Vertrag bis Ende 2028. Es gilt jedoch als offenes Geheimnis, dass leistungsabhängige Klauseln im Kontrakt des Ausnahmefahrers existieren.
Brisant: Red Bull wollte Verstappen diese Ausstiegsoptionen für kolportierte acht Millionen Euro abkaufen.
Bis Freitag vor dem Rennen in Österreich sollte sich der Ex-Champion entscheiden. Doch nach Informationen von SPORT1 hat er seinem aktuellen Arbeitgeber einen Korb gegeben.
Verstappen und Red Bull? Eine fragile Beziehung
Das Signal nach innen und außen: Verstappen will weiter selbst entscheiden können, mit welchem Team er in die Zukunft rast. Bis Ende September hat er Zeit, die Ausstiegsklausel zu ziehen – muss dafür aber in der WM schlechter platziert sein als Rang zwei oder drei, je nach Lesart. Zur Erinnerung: Aktuell liegt er nur auf Rang sieben der Tabelle.
Fest steht: Die Beziehung zwischen Red Bull und Verstappen hat seit der Affäre um Ex-Teamchef Christian Horner deutliche Kratzer bekommen. Der Niederländer gilt zwar als extrem loyal – spätestens aber seit Ex-Chefberater Helmut Marko seinen Posten aufgab (Ende 2025), fehlt auch der letzte Förderer, dem sich Verstappen besonders verbunden fühlte. Genau das könnte am Ende den Ausschlag geben.
Allerdings hat sich die Lage bei den bisherigen Wunschzielen verändert. Mercedes hat mit WM-Spitzenreiter Andrea Kimi Antonelli längst einen eigenen Shootingstar aufgebaut, während Aston Martin nach einem enttäuschenden Saisonstart derzeit kaum als Titelkandidat taugt.
Inzwischen spricht einiges für McLaren. Besonders interessant: Verstappens langjähriger Renningenieur Gianpiero Lambiase wechselt 2028 nach Woking. Die Zusammenarbeit zwischen beiden gilt als eine der erfolgreichsten und engsten Partnerschaften der modernen Formel 1.
Verstappen-Zukunft: Auch ein Tausch steht im Raum
Und McLaren hat noch ein weiteres Ass im Ärmel: Mit Rob Marshall arbeitet dort jener Chefdesigner, der bei Red Bull einst als rechte Hand von Adrian Newey galt und mit zwei Konstrukteurs-Titeln in Folge längst bewiesen hat, dass er auch ohne den „Daniel Düsentrieb“ der Formel 1 Weltmeisterautos bauen kann.
Die aktuellen Piloten Lando Norris und Oscar Piastri gelten zwar als eines der stärksten Fahrerduos der Formel 1. Trotzdem wird im Fahrerlager bereits kräftig spekuliert. Vor allem ein Tausch mit Oscar Piastri macht immer wieder die Runde.
Pikant: Piastris Manager ist ausgerechnet der frühere Red-Bull-Pilot Mark Webber, der weiterhin beste Verbindungen nach Milton Keynes pflegt und in Spielberg häufiger bei Red Bull gesichtet wurde als bei McLaren.
Red Bull muss liefern
In Spielberg machte Red Bull mit seinem großen Update zwar einen deutlichen Schritt nach vorne. Jetzt muss das Team aber beweisen, dass der Aufwärtstrend nicht nur auf dem Red-Bull-Ring funktioniert.
Denn eines gilt für Verstappen unverändert: Er will Rennen gewinnen und Titel holen. Egal, ob in einem blauen Auto mit orangem Helm oder umgekehrt.